Nachhaltigkeit will gelernt sein

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63 Schulen aus Thüringen erhielten den Titel „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule“ – Das sind 9 Schulen mehr als im letzten Jahr. Die Auszeichnungen wurden heute (19.9.2013) im Rahmen des Jahrestreffens für Umweltschulen in Lauterbach übergeben.

Politiker reden unaufhörlich davon und viele Unternehmen haben Nachhaltigkeit in ihr Leitbild aufgenommen. Doch hinter dem Begriff steht viel mehr als nur eine bloße Marketingstrategie.
„Es ist längst überfällig, dass wir Strategien entwickeln, die eine Beziehung zwischen Lebensstil, Umwelt und einer gerechten Verteilung von Ressourcen herstellen. Das Projekt „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule“ ist ein hierbei ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Rainer Hanke, der stellvertretende Landesvorsitzende des NABU Thüringen, während der Auszeichnungsveranstaltung.

Im Rahmen des seit 1995 durchgeführten Projekts setzen sich Schüler und Lehrer ein Jahr lang für Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekte an ihrer Schule oder ihrem Umfeld ein. „Ich weiß, dass viele von den Schulen sich zum Beispiel mit dem Thema Wildbienen beschäftigen. Als Bienenfreund freut mich das natürlich besonders, dass auf den verschiedenen Schulgeländen etliche Wildbienenhotels, blühende Wildpflanzen und Wildsträucher angelegt wurden. Außerdem werden Kräuterspiralen gebaut, es gibt Gemüsebeete und Feuchtbiotope. Die Kinder beschäftigen sich im Sinne der Nachhaltigkeit aber nicht nur mit Naturthemen, sondern auch mit Abfallvermeidung und -trennung, Energiesparen, gesunder Ernährung und Vermarktung von regionalen Produkten“, klärt Rainer Hanke auf.

In diesem Jahr haben 63 Schulen den Titel „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule“ erhalten, das sind 9 Schulen mehr als im letzten Jahr. Die Auszeichnungsveranstaltung fand im Rahmen des Jahrestreffens der Umweltschulen im „Urwald-Life-Camp“, Jugendherberge Harsberg in Lauterbach statt. Auf dem Programm standen verschiedene Workshops wie zum Beispiel „Nachhaltigkeit lernen! Natur entdecken! Gemeinschaft erleben!“ oder „Gemeinsam stark im „Urwald-Life-Camp“ sowie „Das Naturerbe spielerisch entdecken“. Die Workshops wurden von den Teams aus dem „Urwald-Life-Camp“, dem Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal und dem Nationalpark Hainich durchgeführt.

Marianne Herrmann, die das Projekt für den NABU in Thüringen koordiniert, freut sich darüber, dass sich immer mehr Schulen an der Kampagne beteiligen. „’Umweltschule in Europa’ ist ein Projekt des weltweiten Eco-Schools Netzwerks der Foundation for Environmental Education (FEE). Weltweit beteiligen sich etliche tausend Schulen an dem Programm. Thüringens Initiative, sich in dieses weltweite Netz einzugliedern, ist ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.“ Dass Thüringen so viele Umweltschulen hat, ist der Initiative des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur zu verdanken. Beide Ministerien unterstützen und begleiten das Vorhaben von Anfang an sehr stark ideell und finanziell.

Im Vorfeld der diesjährigen Jahresveranstaltung der Umweltschulen wurde erstmalig auch um Kooperationspartner für das Projekt geworben. Der Naturpark Eichsfeld–Hainich–Werratal, der Nationalpark Hainich und das Nachhaltigkeitszentrum Thüringen konnten dafür gewonnen werden. Das Projekt wird außerdem von Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH unterstützt.

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