Öffentliche Führungen in der Sonderausstellung Angermuseum

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Prägend für die gesamte künstlerische Arbeit des Malers Ferdinand
Bellermann war dessen Reise nach Venezuela in den Jahren 1842 bis 1845.
Rund vierzig Jahre nach der legendären Südamerika- Reise Humboldts malte
und zeichnete Bellermann die tropischen Landschaften, insbesondere die
Vielfalt der exotischen Vegetation. Seine Erlebnisse und Abenteuer
während der mitunter auch lebensgefährlichen Reise durch Venezuela hat
Ferdinand Bellermann ausführlich in sechs erhaltenen Tagebüchern
festgehalten. Darin beschreibt er auch immer wieder das Hochgefühl, in das
ihn die Schönheit der tropischen Landschaften versetzte.

Als im September 1845 der Abschied aus Venezuela bevorstand, notierte er:
„Ich genoß die Tropenvegetation noch einmal in ihrer vollen Pracht,
Waldpartien, wie sie nur ein Claude Lorrain und Salvatore Rosa erfinden
können, bieten sich hier in reicher Mannigfaltigkeit dem Auge, dabei jener
herrliche Kontrast, den die Palmen, Baumfarne und Bambusse gegen die
gewaltigen Bäume bilden: langsam, Schritt für Schritt genießend ritt ich
schwelgend in der herrlichen Frische des Morgens …“

Alfredo Boulton, der bekannteste venezolanische Kunstkritiker und
Kulturhistoriker, schrieb 1977: „Bellermann sah Venezuela wie wenige vor
ihm, ohne Gewinnstreben und ohne Nebeninteressen. Er sah das Land wie
vor ihm Humboldt …“ Als Bellermann 43 Jahre nach der Rückkehr aus
Südamerika in Berlin starb, stand ein letztes unvollendetes Gemälde auf
seiner Staffelei, eine „Abendstimmung am Orinoco“.

In der Ausstellung im Erfurter Angermuseum „Beobachtung und Ideal.
Ferdinand Bellermann- ein Maler aus dem Kreis um Humboldt“ steht die
Reise nach Venezuela im Mittelpunkt.
Öffentliche Führungen finden sonntags und diensta

s 15 Uhr statt.
Die nächste Kuratorenführung mit Thomas von Taschitzki gibt es am
Sonntag, dem 16.11.2014, um 15 Uhr.

H&H Makler