Philharmonie Jena mit Einstufung unzufrieden

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Die Philharmonie Jena fühlt sich vom Thüringer Kultusministerium ungerecht behandelt. Darüber berichtet der MDR heute auf seiner Internetseite mdr.de Demnach stößt die Einstufung des Orchesters als Klangkörper von überwiegend regionaler Bedeutung nach den Worten von Intendant Bruno Scharnberg im Ensemble auf Kritik. „Wir waren über die Eingruppierung verärgert und enttäuscht“, sagte Scharnberg dem mdr am Freitag. Die Arbeit an dem internationalen Ruf des Konzertorchesters sei mit der Entscheidung des Ministeriums „wie weggeschoben“. Orchestervorstand Gunter Siebert sagte, die Entscheidung habe unter den Musikern für Missstimmung und Unruhe gesorgt.

Der MDR berichtet weiter: „Das Kultusministerium hat für die Gewährung von Landeszuschüssen für Theater und Orchester ab 2013 neue Kriterien aufgestellt. Danach orientiert sich die Höhe der Zahlung auch an der Ausstrahlung des jeweiligen Hauses beziehungsweise Klangkörpers – entweder vorwiegend regional oder überregional. Die Philharmonie Jena wurde in die regionale Kategorie eingestuft und erhält bis 2016 jährlich 1,4 Millionen Euro vom Land. Damit bleibt der Zuschuss gegenüber den bisherigen Zahlungen unverändert.

Scharnberg wies am Freitag Darstellungen des Ministeriums zurück, dass die Einstufungen im Einvernehmen mit den Intendanten und kommunalen Trägern vorgenommen worden seien. Er selbst habe erst aus der Zeitung von der Einordnung durch das Ministerium erfahren. Zudem habe das Ministerium im vergangenen Jahr ein stärkeres regionales Engagement des Orchesters gefordert. Es sei unverständlich, dass die internationale Bedeutung der Philharmoniker nun geleugnet werde.

Das Orchester habe in den vergangenen drei Jahren 30 Gastspiele in 17 Ländern absolviert. Auch die Aufnahme in das europäische Orchester-Netzwerk „ONE“ sei ein deutliches Signal für die Qualität und internationale Ausstrahlung des Ensembles.

Auch Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter äußerte sich kritisch. Die Beurteilung sei schmerzlich und gehe an der Realität vorbei. „Die Einordnung war offensichtlich ein Schnellschuss, den wir nicht auf uns sitzen lassen.“

Publiziert: 17. Juli 2011, 10.57 Uhr