Rotwildbrunft beginnt! Naturschauspiel fasziniert Jäger wie Naturfreunde

0
1327

Für den Jäger eines der größten Naturschauspiele überhaupt, für den Waldwanderer ein bisweilen unheimliches Erlebnis: Die Rotwildbrunft. Derzeit beginnen mit den ersten kälteren Tagen des Septembers im Forstamt Finsterbergen kapitale Hirsche röhrend die alljährliche Paarungszeit, die nur wenige Wochen andauert.

So entwickelt sich in Thüringens Wäldern ein mystisches Konzert von schauriger Schönheit. Die Brunft ist eine stressige Zeit für den König der Wälder. Während Sie den größten Teil des Jahres im losen Gruppenverband ihre eigenen Wege gehen, suchen sie zur Brunft die Nähe zum weiblichen Rotwild. „Schon im August, wenn ihre beeindruckenden Geweihe fertig ausgebildet sind und der Testosteronspiegel im Blut ansteigt, werden die Könige der Wälder ungeduldig“, so der Leiter des Thüringer Forstamtes Finsterbergen, Forstdirektor Dr. Horst Sproßmann.

Der Gruppenverband löst sich auf und die Tiere machen sich auf den Weg zu den Brunftplätzen, oft große ruhig gelegene Waldwiesen und Lichtungen, um ein Rudel weiblicher Stücke zu bewerben. Rund sechs Jahre muss ein Hirsch alt sein, bevor er ein Rudel in Besitz nehmen und gegen Rivalen verteidigen kann. Das tut er mit dröhnendem Röhren und auch durch Kämpfe – vor allem, wenn am Waldrand etliche Nebenbuhler lauern, die nur auf eine günstige Gelegenheit warten, um sich eine Hirschkuh zu schnappen. Diese Konkurrenten gilt es regelmäßig zu verjagen.

Meist reichen zwar schon Imponiergehabe und tiefes Röhren aus, um den Rivalen in seine Schranken zu weisen, manchmal kommt es aber auch zum Kampf. In diesen Wochen nehmen sich die Hirsche kaum Zeit zum Fressen und verlieren bis zu 20 Kilogramm ihres Gewichtes. Im Mai/Juni des darauffolgenden Jahres, nach acht Monate Tragezeit, setzen die Hirschkühe ein Kalb, selten zwei.