Trickdiebinnen unterwegs

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In den vergangenen Wochen und Tagen sind der Polizei mehrere Fälle von Trickdiebstahl bekannt geworden.

So wurde in Arnstadt ein 77-jähriger Rentner auf offener Straße um 230 Euro erleichtert. Zwei südländisch aussehende Frauen sprachen ihn auf dem Parkplatz des Einkaufsmarktes in der Turnvater-Jahn-Stra§e an und baten um eine Spende, eine Spendenliste hielt eine der Frauen in der Hand. Bereitwillig wollte der Mann fünf Euro spenden und überreichte den Schein einer Frau, die andere gab ihm

das Geld zurück und meinte, ein Euro würde reichen. Der Mann steckte den Geldschein wieder in seine Geldbörse und suchte nach einem Euro. Noch während er die Geldbörse offen hatte, umarmten ihn beide Frauen zum vermeintlichen Dank.Der Rentner steckte seine Geldbörse weg und stellte einige Zeit später fest, dass 230 Euro aus seiner Geldbörse fehlten.

Vor wenigen Tagen spielte sich in Eisenach diese Geschichte ähnlich ab. Wieder spielten hier zwei südländisch aussehende Frauen die Hauptrolle. Eine der Frauen sprach in
der Innenstadt jemanden an, diesmal eine junge Frau. Im Rahmen einer angeblichen Unterschriftenaktion für die Diakonie sollte die angesprochene Unterschrift leisten. Während des Gespräches bemerkte die junge Frau, wie sich von hinten eine zweite Frau ihr körperlich nahe kam. Sie vermutete, dass die zweite Frau ihr an die Handtasche wollte, weswegen sie den Riemen ihrer Tasche fester und nach oben zog und auch festhielt. Die beiden fremden Frauen konnten ihr vermutliches Ziel, die Geldbörse der jungen Frau, nicht erreichen.

Taschendiebe gehen meist in Gruppen arbeitsteilig vor und nutzen Tricks oder Gedränge aus. Einer oder mehrere lenken das Opfer ab, einer zieht die Beute, andere decken die Tat und nehmen das Gestohlene an sich.
Bei den Tricks wird gerempelt und gedrängelt. Das Opfer wird abgelenkt und ein anderer greift in die Tasche oder das Opfer wird so bedrängt, dass es sich ärgerlich wegdreht und somit die Tasche griffbereit darbietet.
Anders der Geldwechseltrick: Fremde bitten das Opfer, eine Münze, oft ein Zweieurostück, zu wechseln. Wenn das Opfer die Geldbšrse zieht und das Münzfach öffnet, wird es vom Täter abgelenkt, der seine Münze in die Börse wirft, auf das gewünschte Kleingeld zeigt oder das Opfer sonst irritiert. Dabei stiehlt er die Banknoten aus dem Geldscheinfach.

Ganz anders der Beschmutzer-Trick: Speziell nach einem Bankbesuch wird das Opfer versehentlich mit Ketchup, Eis oder einer Flüssigkeit bekleckert, beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das gerade abgehobene Geld aus der Bekleidungstasche.

Die Palette ist vielseitig und könnte hier noch weiter geführt werden. Brennpunkte des Taschendiebstahls sind öffentliche Plätze, öffentliche Verkehrsmittel, Einkaufsmärkte, Großveranstaltungen oder Volksfeste, praktisch überall, wo viele Menschen zusammenkommen und Gedränge herrscht. Taschendiebe lassen sich am typischen suchenden Blick erkennen: Sie meiden den direkten Blickkontakt zum Opfer und schauen eher nach der Beute. Bitten oder Fragen, Anrempeln, Drängeln oder Auflaufenlassen könnten Ablenkungsmanšver zum Griff in die Geldbörse oder die Tasche sein.
Deshalb:
– Geld, Schecks, Kreditkarten und Papiere immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung dicht am Körper tragen.
– Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite tragen oder unter den Arm klemmen.
– Einen Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse benutzen.
– Geldbörsen nicht oben in die Einkaufstasche, -korb oder -wagen legen, sondern körpernah tragen. Handtaschen auch im Restaurant, im Kaufhaus, im Laden, selbst bei der Anprobe von Schuhen oder Kleidung nicht an Stuhllehnen hängen oder unbeaufsichtigt abstellen.