
Der Winter zeigte sich bisher von einer eher ruhigen Seite. Zwar gab es in einigen Regionen Deutschlands auch schon ein paar Tage Schneefall und kurzzeitig Blitzeis, aber insgesamt war es doch wenig frostig. Der Januar entwickelte sich mit seinen milden Temperaturen sogar richtig frühlingshaft. Aber wie geht es im Februar weiter?
Da wollen sich die Meteorologen wie so oft nicht ganz festlegen und halten zwei Entwicklungsszenarien für möglich: Entweder der Winter ist vorbei, bevor er richtig begonnen hat, oder es gibt noch einmal einen richtigen Kälteeinbruch mit viel Schnee und Eis. Wie auch immer das Wetter wird, in den Blumenläden und auch Supermärkten ist der Frühling nicht mehr aufzuhalten: Seit einigen Wochen wird den Kunden hier wieder ein großes Angebot an Tulpen, den Frühlingsboten par excellence, offeriert.
Tulpen gehören zu den variantenreichsten Blumen der Welt. Es gibt kaum eine Blütenfarbe, die man bei den Zwiebelgewächsen nicht finden kann. Von zarten Pastellnuancen über kräftige Rot- und Gelbtöne bis Dunkelviolett reicht die Palette. Einige Sorten zeigen sich sogar mehrfarbig. Auch bei der Form der Blütenkelche lassen sich große Unterschiede entdecken. Neben den eiförmigen Einfachen Tulpen gibt es beispielsweise welche, bei denen die Blütenblätter oben spitz zulaufen, bei anderen sind sie tief eingeschnitten oder gefranst und noch andere gleichen vom Aussehen eher Pfingstrosen. Ob man sich bei einem Tulpenstrauß nun auf eine einzige Sorte oder Farbe beschränkt oder verschiedene miteinander kombiniert, ist Geschmackssache. Damit man allerdings möglichst lange Freude an den Frühlingsblumen hat, sollte man einige Punkte beachten:
1) Beim Einkauf auf Frische und Entwicklung schauen
Wenn ein Tulpenbund sich fest anfühlt und die Schnittstellen an den Stängelenden nicht trocken und weiß aussehen, kann man bedenkenlos zugreifen. Wer ganz sicher gehen will, reibt die Blätter und Stängel vorsichtig aneinander. Hört man dabei ein zartes Quietschen, ist das ein untrügliches Zeichen für Frische. Idealerweise sind die Blütenköpfe der Blumen beim Kauf noch geschlossen, zeigen aber bereits ihre Farbe. Komplett grüne Knospen sind noch sehr unreif und entwickeln sich später zuhause eventuell nicht optimal.
2) Richtig anschneiden
Ob Tulpen lieber schräg oder gerade angeschnitten werden, darüber ist man sich selbst in Fachkreisen uneins. Wichtig ist aber, dass man die Stängel mit einem scharfen, sauberen Messer noch etwas kürzt, bevor die Blumen in die Vase kommen. Ein frischer Schnitt öffnet die Kapillargefäße der Pflanzen, so dass das Wasser besser zu den Blüten und Blättern transportiert werden kann. Scheren sind für den Anschnitt ungeeignet, denn sie verursachen häufig Quetschungen und zerstören so die Leitungsbahnen.
3) Laub entfernen
Um die Haltbarkeit von Tulpen zu verlängern, empfiehlt es sich, die unteren Blätter, die ins Vasenwasser hineinragen würden, zu entfernen. Sie entziehen der Blume nur unnötig Energie. Zudem besteht die Gefahr, dass sie im Wasser anfangen zu faulen.
3) Auf Sauberkeit achten
Was für das Messer gilt, ist auch für die Vasen wichtig: Bitte unbedingt auf Sauberkeit achten! Denn gibt es Verschmutzungen in den Gefäßen, können sich Bakterien rasch vermehren und die für die Wasserversorgung wichtigen Leitungsbahnen in den Blütenstängeln verstopfen.
4) Die optimale Wasserversorgung
Obwohl Tulpen einen hohen Wasserverbrauch haben, empfiehlt es sich, Vasen nur etwa ein Drittel zu befüllen und dann bei Bedarf nachzugießen. Anders als einige andere Blumen benötigen Tulpen übrigens kaltes Wasser. Stellt man sie in zu warmes, weichen ihre Stiele auf und die Pflanzen werden geschwächt. Die Zugabe von besonderer Schnittblumennahrung ins Vasenwasser ist bei Tulpen unnötig.
5) Der ideale Standort
Je kühler Tulpen stehen, umso länger bleiben sie frisch. Es empfiehlt sich daher, die Sträuße nicht neben einem Heizkörper oder auf einer Fensterbank mit direkter Sonneneinstrahlung zu platzieren. Auch Obstkörbe sollten möglichst von den Vasen weggerückt werden. Denn das von Apfel, Pfirsich und Co. abgegebene Reifegas Ethylen lässt fast alle Schnittblumen schneller welken.
6) Unbedenkliche und bedenkliche Vasenpartner
Wer sich bei einem Strauß nicht auf Tulpen beschränken möchte, kann sie natürlich auch mit anderen Schnittblumen kombinieren. Als Vasenpartner im Frühjahr bieten sich z.B. Ranunkeln oder die Zweige frühlingsblühender Gehölze an. Vorsicht ist bei Narzissen und Hyazinthen geboten: Frisch angeschnitten geben diese ein Sekret ab, welches die Wasserversorgung anderer Pflanzen blockieren kann. Wer sie mit Tulpen mischen möchte, sollte sie daher zuvor für 24 Stunden separat ins Wasser stellen. Danach werden die Stiele abgewaschen und ohne erneutes Anschneiden zusammen mit den Tulpen arrangiert.
(TPN)



















