Analoge Museumswelt wird digital

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Stiftungsdirektor Prof. Dr. Martin Eberle begrüßt die Teilnehmer der Tagung.

Während der Betrieb im Herzoglichen Museum Gotha ganz normal weiterläuft, haben sich im Untergeschoss über 50 Fachleute zusammengefunden, um sich über Dinge auszutauschen, die für den Besucher vielleicht nicht sichtbar, aber für die Arbeit eines Museums essenziell sind: Am 20. und 21. März findet in Gotha das 18. MusIS-Nutzertreffen 2017 statt, zu dem die Teilnehmer aus Museen in ganz Deutschland und der Schweiz angereist sind. Sie treibt letztlich die Frage um, wie sie ihre Sammlungen wissenschaftlich dokumentieren und verwalten können oder wie sie bestimmte Daten aufbereiten müssen, damit andere damit etwas anfangen können.

MusIS ist ein Kooperationsverbund, der genau bei dieser Aufgabe helfen soll. Er wurde im Jahr 2000 von den Staatlichen Museen in Baden-Württemberg gegründet, um ein landeseinheitliches Museumsinformationssystem einzusetzen. Auch Museen anderer Trägerschaft und Herkunft dürfen die in diesem Rahmen eingesetzte Software „imdas pro“ nutzen, die die Joanneum Research Forschungsgesellschaft Graz entwickelt hat. Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha ist seit 2007 als freiwilliger, größter Nutzer dabei. Sie hilft in diesem Jahr dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ), die Tagung zu organisieren. Das BSZ ist ein Dienstleiter für Bibliotheken, Archive und Museen, das den Institutionen dabei hilft, ihre Datenbanken und Portale zu erstellen und zu pflegen.

Es ist das erste Mal, dass die Tagung außerhalb Baden-Württembergs stattfindet. Jens Lill vom BSZ ist bereits seit zehn Jahren dabei und sagt: „Wir sind ganz angetan, dass die Tagung so gut angenommen wird. Es ist die am besten besuchte in unserer Geschichte.“ Die günstige Lage und der besondere Ort Gotha mit seinem „Barocken Universum“ habe Nutzer unter anderem aus Potsdam, Hamburg oder Freiberg angezogen, für die der Weg nach Baden-Württemberg sonst vielleicht zu weit gewesen wäre. Auch das Leitthema des diesjährigen Treffens zieht: Zwei Tage lang steht die „Digitalisierung“ im Fokus der Gespräche.

In ihren Vorträgen setzen sich die Referenten mit ganz unterschiedlichen Fragestellungen auseinander: Verschiedene Museen stellen ihre Erfahrungen mit der digitalen Objektdokumentation vor wie zum Beispiel Dr. Elke Allgaier von der Staatsgalerie Stuttgart. Während Christof Mainberger vom BSZ erklärt, wie Datenbanken auch nach außen hin geöffnet werden können, geht es in dem Vortrag von Dr. Oliver Wings (SSFG) darum, wie digitale Datenerfassung völlig neue Einblicke in paläontologische Sammlungen bringen kann. Praxisnah wird es, wenn neue Funktionen des Dokumentationssystems „imdas pro“ erklärt werden und erläutert wird, wie es eingesetzt werden kann: von der Provenienzforschung bis hin zum Depotumzug – ein Thema, zu dem Susanne Werner von der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha ihre Erfahrungen von der Umlagerung unzähliger Museumsgüter gerne teilt und die Pforten des Perthesforums für die Gäste öffnet.

MSB Kommunikation

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