In einem der ältesten barocken Theater der Welt mit funktionierender Bühnenmaschinerie aus dem 17. Jahrhundert – dem Ekhof-Theater im Westturm von Schloss Friedenstein – ist vom 10. Juli bis zum 9. August Molières brillante Komödie „Die Schule der Frauen“ zu sehen.
Arnolphe ist überzeugt, die perfekte Ehe sei nur eine Frage der Kontrolle: Er erzieht die junge Agnès fernab der Welt, um sie später zur idealen, treuen Ehefrau zu machen. Doch sein Plan gerät ins Wanken, als Agnès dem jungen Horace begegnet und die Liebe ihr Herz öffnet. Aus Arnolphes vermeintlicher Überlegenheit wird panische Verzweiflung – und aus der Komödie ein ebenso komischer wie entlarvender Blick auf Macht, Manipulation und Freiheit.
Die Inszenierung nutzt die historische Bühne voll aus: sichtbare Verwandlungen, Kulissenschieber:innen als Figuren, Klang der Unterbühne und barocke Musik schaffen ein lebendiges Zusammenspiel von Geschichte und Gegenwart. Mit Witz und Tempo zeigt das Stück die zeitlose Aktualität von Fragen nach Liebe und Selbstbestimmung. Regie: Naemi Friedmann.
Das Ekhof-Festival wird in Kooperation mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach durchgeführt, deren Barockorchester erneut die Konzertreihe „Barock ImPuls” in das Theater bringt. Hierzu zählen Bendas Melodram „Medea”, Glucks Oper „Orpheus”, die Tonmalerei „Aus dem Schatten ins Licht” sowie das Singspiel „Romeo und Julie”.
Weitere Infos: www.ekhof-festival.de
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 3 (2026)



















