Die Hallenbad-Kommunen haben zuletzt mit einem landesweiten Protesttag und einer Demonstration vor dem Thüringer Landtag auf ihre schwierige Situation aufmerksam gemacht. Der Arbeitskreis der Thüringer Bäder und die Initiative „Bäder in Not“ erhalten Unterstützung von Krankenkassen, IHK und Landessportbund. Das geht aus einer Meldung des Arbeitskreises „Thüringer Bäder“ hervor.
Ihre Forderungen nach finanzieller Unterstützung in Höhe von 30 Millionen Euro, einem Bäderbeauftragten und der zügigen Fertigstellung der Thüringer Bäderkonzeption 2040 wurden von der Landesregierung aus Sicht der Bürgermeister und Badbetreiber nicht beachtet.
Unterdessen unterstützen immer mehr Organisationen die Initiative Bäder in Not. Zuletzt hatte sich auch Robert Büssow, der Geschäftsführer der BARMER-Krankenversicherung in Thüringen hinter die Kommunen gestellt. „Schwimmbäder sind mehr als Freizeitorte – sie sind unverzichtbare Gesundheitszentren. Bewegung im Wasser stärkt Herz und Kreislauf, fördert die Gelenkgesundheit und hilft, Krankheiten vorzubeugen“, so Büssow: „Für Menschen jeden Alters, insbesondere für Kinder, und Rehabilitanden sind gut erreichbare Bäder ein wichtiger Baustein für ein gesundes Leben.“
Laut dem Gesundheitsexperten müsse „Thüringen wieder ein Schwimmkinderland werden“. Dafür brauche es die Bäder. Schwimmen lernen ist in Thüringen Bestandteil des Sportunterrichts in der dritten Klasse.
Das unterstützt auch René M. Rimbach, der Präsident Landesverbandes der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. bekräftigt: „Das Schwimmen lernen und auch auf die Gefahren im Wasser aufmerksam zu machen, sind Kernaufgaben der DLRG und können nur adäquat umgesetzt werden, wenn Schwimmhallen und Freibäder vorhanden sind. Daher sind der Erhalt der Schwimmbäder und deren Förderung umso wichtiger.“
Laut David Ortmann, Bürgermeister der Gemeinde Bad Tabarz, „zählen die Thüringer Hallenbäder zu den wichtigsten Einrichtungen der Daseinsvorsorge. Sie bedienen als Orte der Begegnungen alle Altersgruppen. In ihnen lernen jährlich 40.000 Kinder das Schwimmen. Sie sind unerlässlich für Selbsthilfegruppen und Reha-Kurse, bedeutend für den Vereinssport und zählen pro Jahr fast zehn Millionen Besucher. Sie sind wichtig für die Wirtschaftsförderung und die Wohnqualität ganzer Regionen.“
Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen weist auf die große Bedeutung der Schwimmbäder für Schulsport, Naherholung und Freizeit hin und fordert den Freistaat Thüringen auf, ein landesweites Bäderkonzept zu entwickeln. „Bäder sind von enormer Bedeutung für unsere Gesellschaft. Sie sind Orte des Lernens, der Gesundheit und der Erholung“, betont Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen. „Wir sprechen für das Konzept ausdrücklich nicht von Heilbädern, sondern von Hallen- und Freibädern, die tagtäglich von Schülern, Vereinen und Familien genutzt werden.“
David Möller, Staatsekretär in der Staatskanzlei hatte auf der Kundgebung der Bäder vorm Landtag erklärt, dass die Konzeption bis Ende 2025 fertig gestellt werde. Wie sich mittlerweile allerdings herausgestellt hat, benötigt die Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), die mit der Konzeption beauftragt wurde, noch Zeit. Mit einer zeitnahen Fertigstellung ist nicht zu rechnen. Martin Fromm, Sprecher des Arbeitskreises der Thüringer Bäder, kritisiert, dass seit über einem Jahr kaum an dem Papier gearbeitet wurde. Die Hallenbad-Kommunen fordern, dass kein Bad vor der Verabschiedung der Bäderkonzeption schließen darf und erneuert ihre Forderung nach einer Unterstützung in Höhe von 30 Millionen Euro.
Um Ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, planen die Hallenbad-Kommunen bereits im Dezember die nächste Demonstration vor dem Thüringer Landtag. Zudem soll in eine landesweite Unterschriftensammlung durchgeführt werden.




















