Ein kurzfristiger Termin in der Thüringer Staatskanzlei für die hiesigen Medien – das stand am vergangenen Mittwoch Nachmittag auf dem Programm. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt nahm Stellung – und das hatte seinen Grund.
urz zuvor war bekannt geworden, dann die Technische Universität Chemnitz dem Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt den Doktortitel aberkennen will. In einem kurzfristig anberaumten Pressetermin bestätigte Voigt darüber hinaus, dass er gegen diese Entscheidung vor dem zuständigen Verwaltungsgericht klagen werde. Die Entscheidung der Philosophischen Fakultät der TU sei für ihn nicht nachvollziehbar. Nach Voigts Darstellung sei der wissenschaftliche Kern seiner Arbeit von den Vorwürfen nicht betroffen. Das habe ein von der Universität beauftragter Sachverständiger eindeutig bestätigt.
Die Universität habe im Mai 2025 im laufenden Verfahren „neue Bewertungsmaßstäbe für Plagiatsverfahren eingeführt und anschließend gezielt auf seine Dissertation angewendet“. Die Hochschule teilte dem MDR am Mittwoch Abend mit, dass sich der „Fakultätsrat mit allen vorliegenden Informationen intensiv auseinandergesetzt habe. Dies betreffe auch das externe Gutachten, welches aber nicht die alleinige Grundlage für die Entscheidung sein könne. Vielmehr müsse man alle vorhandenen Quellen auswerten. Die Entscheidung über die Aberkennung sei einstimmig am Mittwoch vom Erweiterten Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz beschlossen worden. Der Gang vors Verwaltungsgericht ist für Mario Voigt deshalb unumgänglich. Voigt kritisierte das Vorgehen der TU und kündigte an, seinen Doktortitel vorerst nicht weiter zu führen.
Als Chef der größten Oppositionspartei im Thüringer Landtag forderte AfD-Fraktions- und Landesparteichef Björn Höcke umgehend den Rücktritt des Thüringer Ministerpräsidenten – und sparte dabei nicht mit klaren Worten. Die Thüringer AfD sieht nur in Neuwahlen die Lösung. Die Rücktrittsforderung ließ Voigt bereits beim Pressetermin in der Staatskanzlei abperlen.
Der Thüringer Landesverband der Partei Die Linke meldete sich ebenfalls am späten Nachmittag und nannte es „befremdlich“, dass Voigt seine persönliche Erklärung von der Staatskanzlei und damit mit öffentlichen Mitteln verbreiten ließ.
Die CDU-Fraktion im Landtag unterstützt nach Worten ihres Fraktionschefs Andreas Bühl den Ministerpräsidenten vorbehaltlos und stehe geschlossen an seiner Seite. Die Plagiatsaffäre wurde im Sommer 2025 durch den österreichischen Kommunikationswissenschaftler Stephan Weber ausgelöst, als dieser sich an die TU Chemnitz gewandt hatte.

















