Kindergarten eröffnet mit Verspätung

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Bei der ersten öffentlichen Begehung des neuen Gothardus-Kindergartens gab es viele Besucher.

Freude, Kinderlachen und Spaß sollen die Räume des neu eröffneten Gothardus-Kindergartens in der Werner-Sylten-Straße in Gotha erfüllen. Zur Eröffnung am 25. April war schon einiges los.

Trotz feierlicher Einweihung blickt der Kindergarten auf eine durchwachsene Geschichte zurück. Als erster Kindergarten der seit 1990 neu gebaut wurde, war das kommunale Projekt vom Unglück verfolgt. Bei der Behebung eines Wasserschadens im Jahr 2021, stellten Gutachter Baumängel fest. Diese und ein dreieinhalb Jahre andauernder Rechtsstreit verzögerten die Fertigstellung. Nach sechs Jahren ist das Projekt nun beendet. Insgesamt flossen 5,8 Millionen Euro in das 8.000 qm große Gelände. 2,1 Millionen Euro stammen dabei aus Fördermitteln vom Bund und dem Land Thüringen.

Für Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch war klar, dass „der Dank nicht nur den Baugesellschaften gilt, sondern auch den Versicherungen, die uns in einer schweren Situation helfen konnten.“

In dem neuen Kindergarten betreut das Personal in naher Zukunft bis zu 120 Kinder, im Alter zwischen zwei und sechs Jahren. 40 Plätze sind für die Krippe vorgesehen und 80 für den Kindergarten. Die Betreuten werden nach dem pädagogischen Konzept der „offenen Arbeit“ an das alltägliche Leben herangeführt. Entsprungen ist dies aus einer Bewegung in den 1970er Jahren, bei der starre Strukturen gelöst werden sollen und die individuelle Entwicklung der Kinder im Mittelpunkt steht. „Wir haben uns dafür entschieden dieses Konzept hier umzusetzen, da wir überzeugt sind, dass wir die Kleinen besser auf eine flexible Welt vorbereiten und ihnen die Möglichkeit zur freien Entfaltung bieten“, sagte Claudia Hausotte, Leiterin im Gothardus-Kindergarten.

Dementsprechend stellt sich die Aufteilung der Räume ganz ins Licht dieser Vorgaben. Egal ob Bewegungsräume, zum Klettern, Spielen oder Turnen, ein Atelier, zum Basteln, Erweitern der Feinmotorik und Experimentieren oder ein Wahrnehmungsbereich, zum Ausruhen und Ausbauen der Sprachkompetenzen, in dem eingeschossigen Gebäude finden die Kinder viele Möglichkeiten selbst zu lernen und den Charakter zu formen.

Seit Anfang April führten die Pädagogen einen Probelauf mit 20 Kindern durch, der sich als gelungen herausstellte, wie Claudia Hausotte mitteilte. Das Aufstocken der Plätze verläuft in den kommenden Monaten etappenweise. „Wir haben ein Regelwerk und gehen das mit den Kindern durch. ‚Offen‘ heißt nicht, dass jeder überall unbeaufsichtigt herumlaufen darf, aber unsere Schützlinge sind nicht so fest an ihre Gruppe gebunden wie gewöhnlich“, so die Leiterin. Wenn es die Kinder wünschen und sie eine Erlaubnis erhalten, können sie zwischen Aktionsräumen beinahe frei wählen und wechseln.

Bei der Einweihung waren neben Vertretern aus der Gothaer Stadtpolitik auch die Leiterinnen und Leiter der neun anderen kommunalen Kindergärten vor Ort und beglückwünschten das Team des Gothardus-Kindergartens zu einem gelungenen Start.

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