NABU-Kreisverband Gotha über sein Jahr 2016

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Vor kurzem trafen sich in Gotha die Mitglieder des NABU-Kreisverbandes Gotha zu ihrer Jahreshauptversammlung und zogen Bilanz über die Arbeit des vergangenen Jahres. Und die kann sich sehen lassen. Beachtliche 1073 Mitglieder gehören im Kreis Gotha mittlerweile dem NABU an, wie der Vorsitzende Ronald Bellstedt aus Gotha in seinem Rechenschaftsbericht schilderte. Diese können aus einem reichhaltigen Veranstaltungsangebot wählen, bot der NABU 2016 doch immerhin acht Vorträge und acht Exkursionen an, bzw. präsentierte mit der im November auf Schloss Tenneberg eröffneten Ausstellung „Naturschutz im Winter“ ein zusätzliches Highlight.

Auch 2016 gehörte zu den Hauptaktivitäten des Kreisverbands die Landschaftspflege, in deren Rahmen, koordiniert durch Thomas Oppel aus Gotha, sechs für den Naturschutz besonders wertvolle Flächen im Kreis Gotha – genannt seien hier u. a. die Kräuterwiese auf dem Waltershäuser Burgberg oder die Schlehenpfütze zwischen Ohrdruf und Crawinkel – gepflegt werden und im Spätsommer und Herbst beachtliche 17 Landschaftspflegeeinsätze ehrenamtlich absolviert wurden. Hinzu kamen im Frühjahr der Bau von Krötenschutzzäunen an der MUNA bei Crawinkel und den Reinhardsbrunner Teichen. Zu den Aushängeschildern des NABU gehört auch das seit 1992 kontinuierlich durchgeführte Rotmilan-Monitoring im Kreis Gotha, für das seit mehreren Jahren Susanne Löw aus Gotha federführend die Verantwortung trägt. Sie führte aus, dass 2015 im Gegensatz zum vergangenen Jahr ein besseres Jahr für den Rotmilan war, was wohl u. a. auf den Feinddruck durch Waschbär und Marder zurückzuführen ist. Hinzu kommen allerdings auch häufige Baumfällungen in Rotmilanrevieren, von denen besonders die Pappel, der häufigste und beliebteste Brutbaum des Rotmilans im Kreis Gotha, betroffen ist. Wichtig für dessen Schutz ist außerdem, dass perspektivisch beim sogenannten Repowering von Windkraftanlagen – der Ersatz kleinerer alter Anlagen durch neuere leistungsstärkere – der Risikobereich im Abstand zu Rotmilanhorsten beachtet wird, um Beeinträchtigungen der Population zu vermeiden. Zur regelmäßigen Arbeit des NABU zählen auch die Stellungsnahmen, die von diesem als Staatlich anerkannten Naturschutzverband für Bauvorhaben von Kommunen etc. eingefordert werden. Dabei wurden 2016 von zwanzig zu beurteilenden Bauvorhaben im Kreisgebiet acht Vorhaben grundsätzlich abgelehnt und neun teilweise bzw. nach der Vornahme von Verbesserungen zugestimmt. Hervorzuheben sind außerdem die Tätigkeiten der Ortsgruppe Waltershausen, die mit großem Engagement das Unkenteichhaus in Waltershausen betreut, das sich als kleines aber feines Naturschutzzentrum zu einem festen Anlaufpunkt in der Jugendarbeit des NABU entwickelt hat ebenso wie die der Ortsgruppe Großfahner unter Tino Sauer, die bspw. mit ihrer Unterstützung des Naturschutzes in Kuba ein Alleinstellungsmerkmal im Thüringer NABU besitzt.

Vielfältig sind auch die Aktivitäten der Gothaer Naturschutzjugend, die seit zwei Jahren durch Madeleine Schellenberg aus Gotha betreut wird und durch den NABU-Landesverband im vergangenen Jahr mit einem Preis für die besten Thüringer NAJU-Gruppen gewürdigt wurde. Hier schließt sich auch die Verleihung des Erich-Veit-Naturschutzpreis für Schulen an, dessen Verleihung im vergangenen Jahr nun schon zum 20. Mal durch den NABU-Kreisverband vorgenommen werden konnte. Schließlich stellte Claudia Barnkoth kurz die neugegründete NATURA-2000-Station im Kreis Gotha vor, die Anfang Januar in Mühlberg eröffnet hat und den Schutz und die Pflege des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ (FFH- und Vogelschutzgebiete) im Kreis Gotha koordinieren soll. Nicht vergessen werden dürfen jedoch auch Spender wie die Sertürner-Apotheke Gotha, die im vorigen Jahr den Erlös aus Plastikeinkaufstüten in Höhe von 100 Euro an den NABU spendete und damit dessen Arbeit wirkungsvoll unterstützte.

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