„Nicht nur Tulpen und alter Gouda – Fächer aus holländischen Manufakturen des 18. Jahrhunderts“

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Auf den ersten Blick muten die Fächer der neuen Kabinettausstellung vielleicht asiatisch an, auf den zweiten aber verraten sie sich als Europäer. Woran man dies erkennt und warum holländische Fabrikate überhaupt chinesisch aussehen, wird am kommenden Donnerstag Ute Däberitz erklären. Am 11. Mai um 19 Uhr führt die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha durch die neue Kabinettausstellung „Nicht nur Tulpen und alter Gouda – Fächer aus holländischen Manufakturen des 18. Jahrhunderts“.

Die Schau setzt sich aus einer Vielzahl äußerst reizvoller holländischer Fächer der Sammlungen Herzog Augusts von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772 – 1822) und der Stiftung Ute Michaels zusammen, die nun erstmals gemeinsam in dieser thematischen Sonderschau präsentiert werden.

Neben Porzellanen, Lackarbeiten, Seide, Tee, exotischen Gewürzen und vielem anderen gelangten mit den Handelsschiffen der Vereinigten Ostindischen Kompanie seit dem frühen 17. Jahrhundert auch chinesische und japanische Fächer in die Niederlande. Wie alle Luxuswaren aus Fernost wurden sie zu hohen Preisen angeboten und waren somit nur für eine kleine Käuferschicht erschwinglich. Geschäftstüchtige Kunsthandwerker erkannten hier eine Marktlücke und gründeten einheimische Manufakturen, in denen preiswerte Fächer für weniger zahlungskräftige Kunden hergestellt wurden.

Zunächst orientierten sich die holländischen Fächermacher an den begehrten ostasiatischen Vorbildern. Bald entwickelten sie jedoch einen ganz eigenen, unverkennbaren Stil, der im 18. Jahrhundert seine Blüte erreichte.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 9. Juli. Dann wandern die Exponate wieder zurück ins Archiv, um anderen Fächern aus der großen Sammlung Platz zu machen. Ab dem 29. Juli 2017 heißt es dann „Prunkvolle éventails – Fächer aus der Zeit der Gothaer Herzogin Luise Dorothea (1710 – 1767)“.

Informationen zur Kabinettausstellung:

29. April bis 9. Juli 2017

Eintritt: 5 Euro (ermäßigt 2,50 Euro)

Die Ausstellung „Nicht nur Tulpen und alter Gouda – Fächer aus holländischen Manufakturen des 18. Jahrhunderts“ ist thematisch an die Sonderausstellung „Mit Kennerblick & Leidenschaft – Die Sammlung europäischer Fayencen in Gotha“ angelehnt.

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung:

Donnerstag, 11. Mai 2017, 19 Uhr

Sonntag, 18. Juni 2017, 15 Uhr

Es führt Ute Däberitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha.

MSB Kommunikation

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