Satellit zur Ausstellung im Westflügel von Schloss Friedenstein geöffnet

0
103
Einblicke in den Westflügel mit Medienstationen. | Foto: Boris Hajdukovic

Gotha (red, 22. September). Anlässlich des 250-jährigen Jubiläums des Geburtstages Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburgs und seines 200. Todestages stellt die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha dessen schillernde Sammler- und Künstlerpersönlichkeit in einer umfangreichen Ausstellung im Herzoglichen Museum vor. Jetzt ist diese Ausstellung um einen Satelliten in den ehemaligen Räumen des Herzogs im Westflügel von Schloss Friedenstein erweitert, berichtet die Stiftung Schloss Friedenstein.

Herzog August hat mit großer Kennerschaft Sammlungen zusammengetragen, die sowohl die Breite als auch die intellektuelle Tiefe seiner Interessen widerspiegeln und dabei zum Teil heute noch internationales Ansehen genießen. Über seine faszinierenden Sammlungen hinaus hat der Herzog auch in den Räumen von Schloss Friedenstein seine beeindruckende Gestaltungskraft ausgelebt und eine der eindrücklichsten Raumfolgen des Klassizismus geschaffen. Die unterschiedlich gestalteten Räume verschmelzen Wohn- und Erlebnisraum und wirken sowohl durch das architektonische Raumkonzept als auch durch aufwändige Wand- und Deckenmalereien, seidene Wandbespannungen und figürliche Reliefelemente.

Aufgrund der Sanierungsarbeiten sind die Räume im Westflügel von Schloss Friedenstein für die Öffentlichkeit aktuell gesperrt, allerdings konnte aus Anlass der Ausstellung ein Teil der Baustelle geöffnet werden. Besucher*innen können nun über die Weimarer Galerie den Westflügel betreten und einen Eindruck der Räumlichkeiten gewinnen. Fotos und Texte stellen die Räume und ihre Dekoration vor, das ehemalige Musikzimmer konnte für Einblicke geöffnet werden.

Die Persönlichkeit des Herzogs kehrt über drei Stationen zurück in seine ehemalige Wirkungsstätte: Eine Porzellantasse mit Unterschale steht für den Eindruck, den der Herzog bei der Nachwelt hinterlassen hat. Obwohl in den Archiven nicht belegt, hält sich hartnäckig das Gerücht, dass dieses mit Phalli verzierte Porzellan von Herzog August bei der Gothaer Porzellanmanufaktur in Auftrag gegeben wurde. Seine Extravaganz, seine fluide Geschlechteridentität und seine Neigung zur Provokation scheinen in diesem Objekt zu kulminieren.

Zwei Medienstationen vermitteln akustisch zwischen den Zeiten. Der Komponist Carl Maria von Weber war Herzog August verbunden, er wurde von ihm finanziell gefördert und verbrachte einige Zeit auf Schloss Friedenstein, wo er neben eigenen Kompositionen auch eng mit dem Herzog zusammenarbeitete. Die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach hat anlässlich des 250. Geburtstages Herzog Augusts fünf kurze Stücke eingespielt, die von Weber anlässlich des 40. Geburtstages Herzog Augusts am 23. November 1812 nach Vorlagen des Herzogs für Harmoniemusik arrangierte. Auf einer Medienstation erklingen diese Stücke nun wieder in den Räumen ihres Auftraggebers. Aus zeitgenössischen Beschreibungen der Räume Herzog Augusts lässt sich entnehmen, dass der Herzog dort einige ungewöhnliche Tiere hielt, etwa einen Geier, einen Hahn, Affen und eine Nachtigall. Eine weitere Medienstation lässt diese Tierstimmen wieder erklingen und gibt einen Eindruck von der eigenwilligen Geräuschkulisse zu Lebzeiten des Herzogs.

Der Satellit zur Ausstellung „Luxus, Kunst und Fantasie – Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg als Sammler“ im Westflügel von Schloss Friedenstein ist über den Schlossrundgang für Besucher*innen zugänglich.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT