Scheidung als Machtwerkzeug: Themenabend in Gotha

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„Herzogin Luise (1800–1831) – Verbannung und Scheidung als Mittel dynastischer Machtausübung“ ist der Titel eines öffentlichen Vortrags von Dr. Ulrike Grunewald, zu dem das Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt am Dienstag, 29. September, in den Spiegelsaal der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein einlädt. Dies teilte die Friedenstein Stiftung Gotha mit.

Die Veranstaltung ist Teil einer Tagung des Forschungszentrums Gotha zusammen mit der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, die sich mit geschiedenen hochadeligen Frauen in der Zeit zwischen 1600–1850 auseinandersetzt.

Das Jahr 1826 stellt in der europäischen Dynastiegeschichte eine entscheidende Zäsur dar: Im November des Jahres entstand durch den Erbvertrag von Hildburghausen das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, dessen Herrscherhaus im 19. und frühen 20. Jahrhundert durch eine geschickte Heiratspolitik verwandtschaftliche Beziehungen mit einer Vielzahl regierender Fürstenhäuser knüpfte und in mehreren europäischen Ländern auf den Thron gelangte. Schon die Entstehung des Herzoghauses beruhte auf einer Heirat, der 1817 aus politischen Gründen geschlossenen Ehe Herzog Ernsts von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1784–1844) mit Prinzessin Luise von Sachsen-Gotha und Altenburg (1800–1831), der Tochter des vorletzten Gothaer Herzogs August. Obwohl diese Verbindung wesentlich dafür war, dass sich die Coburger Linie gegenüber den anderen ernestinischen Häusern durchsetzen konnte, ließ sich Ernst I. bereits im Jahr der Gründung des neuen Herzogtums von seiner Ehefrau scheiden. Bereits zwei Jahre zuvor war Luise nach St. Wendel im Fürstentum Lichtenberg (im heutigen Saarland) verbannt worden, getrennt von ihren beiden Söhnen, mit denen sie fortan keinerlei Kontakt mehr haben durfte.

Der Vortrag von Dr. Ulrike Grunewald liefert spannende Einblicke in das Schicksal der Herzogin. Beginn ist um 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Aufgrund begrenzter Kapazitäten bitten wir um Anmeldung unter Tel. 0361/737-5530 oder veranstaltungen.fb@uni-erfurt.de.

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