So luxuriös kann Obst sein

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Satisfied with work done. Happy young man working on laptop while sitting at his working place in office; Shutterstock ID 345950657; PO: Eurojackpot; Job: 20181 AT; Client: Katharina Schölzel, Achtung

Ist das noch Kunst oder kann das weg? Diese Frage wird aktuell heiß diskutiert – eine für 120.000 US-Dollar verkaufte und anschließend vor Publikum verzehrte Banane sorgte auf der Art Basel in Miami für reichlich Aufsehen. Dabei ist derart sündhaft teures Luxus-Obst gar nicht so selten, wie man zunächst vermuten würde.

Eine Banane macht Schlagzeilen als wohl teuerster Snack des Jahres. Auf diesen zweifelhaften Rekord hätte der süditalienische Künstler Maurizio Cattelan gut und gerne verzichten können. Die süße Frucht, per Klebeband an die Wand gepappt, war Teil seiner Kunstinstallation, die kurz zuvor in Miami für umgerechnet 108.500 Euro einen Käufer fand. Bis, ja bis David Datuna zubiss. Der Aktionskünstler schnappte sich kurzerhand die Südfrucht und verzehrte das wertvolle Obst genüsslich. Das Ganze natürlich im Sinne der Kunst:  „Hungry Artist“ (hungriger Künstler), so nannte Datuna seine Performance anschließend.

Wer weiß, vielleicht hat er damit der internationalen Kunstwelt sogar einen Gefallen getan? In einigen Wochen wäre die Banane als Wandschmuck nicht mehr sonderlich dekorativ gewesen. Jedenfalls sorgt die sündhaft teure Vitaminbombe dafür, dass jetzt weltweit intensiv diskutiert wird. Wie absurd darf Kunst sein und lassen sich derart hohe Preise für skurrile Installationen überhaupt noch rechtfertigen?

Über 100.000 Euro für eine Banane – andernorts werden derartige Preise mit einem Schulterzucken quittiert. Im fernen Japan etwa haben Obstbauern, spezialisierte Luxushändler und Genuss-Fetischisten förmlich eine Kunst daraus gemacht, die perfekte Frucht zu züchten. Und das hat seinen Preis. So liegt eine Yubari-Melone locker mal für 20.000 Euro und mehr im Obstregal. Dafür wurde die Luxusfrucht während ihres Wachstums allerdings auch Tag für Tag per Hand massiert. Förmlich ein Schnäppchen dagegen ist die Luxusmango für gut 1.200 Euro das Stück oder auch die Sembikiya Queen Erdbeere aus Japan. Sie gilt als die perfekte Vertreterin ihrer Gattung, ist jedoch mit einem Stückpreis von 8 bis 10 Euro ebenfalls eher für den selektiven Verzehr geeignet.

Ob das alles sein muss, ob das Luxus-Obst tatsächlich besser schmeckt als die Supermarktware oder ob dieser Frucht-Kult am Ende genauso absurd ist wie Cattelans Bananen-Kunstwerk? Das kann jeder nur für sich alleine entscheiden. Mit den aktuell 10 Millionen Euro im Eurojackpot jedenfalls könnten Sie locker bei diesen Preisen mitbieten – oder sich stattdessen einfach eine Biozitrone für einen Euro kaufen und auf Ihren Gewinn erstmal einen guten Tee kochen.

Quelle: Glücksblog auf eurojackpot.spiegel.de, Beitrag 327 für 12. Dezember 2019

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