Mitte Januar kam es am späten Vormittag im Bürgerhaus zwischen Günthersleben und Wechmar in der Landgemeinde Drei Gleichen zur Vertragsunterzeichnung für die Kommunale Wärmeplanung. Damit fiel der Startschuss für diese Aufgabe, die bis zum Frühjahr 2028 für Drei Gleichen und Schwabhausen abgeschlossen sein soll. Der gesetzliche vorgegebene Termin ist der 30. Juni 2028.
Jens Leffler, Bürgermeister der Landgemeinde Drei Gleichen, freute sich, dass die Kommunale Wärmeplanung für ca. 8600 Einwohner und neun Orte jetzt richtig beginnen kann. Mit der Ohra Energie GmbH und der TEAG konnten dazu zwei kompetente Partner gewonnen werden, denen die Kommune bereits lange vertraut und zu denen es kurze Wege gibt. Jens Leffler ist selbst seit Jahresbeginn Vorsitzender des Aufsichtsrates der Ohra Energie GmbH. Mit Tom Winter gibt es im Wanderslebener Rathaus bereits einen Sachbearbeiter für den Bereich Wärmeplanung, der ebenfalls anwesend war.
Michael Fischer als Geschäftsführer der Ohra Energie betonte, dass hier verschiedene Faktoren zu berücksichtigen sind. So wird das Abwärmepotential der Biogasanlage des Ortsteils Grabsleben untersucht, wo bereits eine Kombination aus einem Blockheizkraftwerk und einer Biogasaufbereitung arbeitet.
Ebenfalls berücksichtigt wird die Biorecylinganlage für Grünabfälle im Ortsteil Mühlberg. „Generell besteht ein Schwerpunkt in der Untersuchung der Abwärmenutzung in den Wirtschaftsbetrieben der Gemeinden, so gibt es ja auch noch eine Altglasrecylinganlage in Wandersleben“, erläuterte Fischer weiter.
Stefan Reindl, Vorstandschef der TEAG, betonte vor allem die Bodenständigkeit der Energieversorgung im Freistaat Thüringen, an der die Kommunen z.B. bei der TEAG selbst beteiligt sind. Das schafft für das Unternehmen eine Identifikation mit dem Land. „Für mich selbst sind die Drei Gleichen Leuchttürme des Landes. Als gebürtiger Bayer weiß ich ganz genau, wenn ich sie auf der Autobahn sehe: Hier ist unser Thüringen. Ich besuche sie alle drei regelmäßig mit meiner Familie“, so Reindl.
Doch nicht nur das ist es, was er mit Drei Gleichen verbindet. Er sieht den Vorteil in dieser Vertragsunterzeichnung vor allem darin, dass regionale und lokale Potenziale einbezogen werden. „Man kennt sich. Wir haben ja jetzt erst beim Stromausfall in Berlin gesehen, wie wichtig es ist, dass die Menschen vor Ort gewappnet sind. Wir können die bestmöglichen Vorkehrungen treffen, aber vor einem Anschlag ist auch das beste Energiesystem nicht gefeit. Wenn sich die Menschen dann im Notfall gegenseitig unterstützen und wissen, wer Hilfe braucht, ist das immer die beste Lösung“, so Reindl. Gleichzeitig betonte er, dass Energie für die Menschen bezahlbar bleiben soll. „Es ist wohl jedem bekannt, dass nur eine begrenzte Summe für die Bezahlung der Energie zur Verfügung steht!“
„Global denken und lokal handeln“, so brachte Stefan Reindl zum Ende der Vertragsunterzeichnung das gemeinsame Agieren der Partner zum Wohle der Kommune zum Ausdruck und erntete dafür allgemeine Zustimmung. Das Ziel für die Region besteht darin, nachhaltige Wärmeversorgungskonzepte im Sinne der aktuellen gesetzlichen Anforderungen anzubieten.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 1 (2026)






















