Straftaten in 2024 auf Vor-Corona-Niveau zurückgekehrt

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Sven Planert (Kriminalpolizeiinspektion Gotha) und Robert Schmidt (Behördenleiter LPI Gotha) bei der Präsentation der Polizeilichen Kriminalstatistik 2024
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Im Landreis Gotha, dem Ilm- und Nördlichen Wartburgkreis lebt es sich äußert sicher. Die Gothaer Polizei ist davon, bei der Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik, überzeugt.

Das Einzugsgebiet der Polizei Gotha umfasst eine Fläche von gut 2.500 Quadratkilometern, auf denen 334.000 Menschen leben. Bei der Presserunde Anfang Mai wurden die Zahlen für das Jahr 2024 vorgestellt. Insgesamt kam es in den drei Landkreisen zu circa 19.000 Straftaten. Damit konnte ein Anstieg von 700 Fällen im Vergleich zu 2023 vermessen werden. Wichtig ist, dass „in der Statistik nur abgeschlossene Fälle auftauchen. Das heißt ein Verbrechen welche 2023 begangen, aber erst 2024 aufgeklärt wurde, zählt in die jetzige Statistik ein“, erklärte Robert Schmidt, Behördenleiter der LPI Gotha. Dieser Trend ist nicht nur in diesem Bereich festzustellen. Auf Landesebene gab es prozentual einen ähnlich starken Anstieg.

Ein selbst gestecktes Ziel konnte die Behörde nicht erreichen. Im Jahr 2024 sollte eine Aufklärungsquote von mindestens 60 Prozent gehalten werden. „Diesen Vorsatz konnten wir nicht einhalten“, so Schmidt. Seit mehr als zehn Jahren wurde die Grenze nun nicht unterschritten.

Dagegen hat die Häufigkeit von Straftaten zugenommen. Diese ergibt sich aus dem Produkt der erfassten Fälle und einem Faktor von 100.000. Das Ergebnis wird durch die Einwohnerzahl geteilt. Daraus ergeben sich vergleichbare Werte für das ganze Bundesgebiet. Für den Landkreis Gotha ergab sich 2024 eine Häufigkeitszahl von rund 6.200. Im Jahr 2023 lag dieser Wert noch bei 5.700.

Trotz Zunahme der Straftaten gab es im vergangenen Jahr eine fast konstante Anzahl an Tatverdächtigen. Bei rund 7.500 hat sich der Wert eingependelt. Konträr entwickelt sich die Menge der nichtdeutschen Tatverdächtigen. Von circa 1.650 stieg der Wert auf 1.900 an. „Der Anteil an Ausländern in der Gesamtbevölkerung in Thüringen liegt bei etwa acht Prozent. Aber bei uns im Einzugsgebiet machen sie 25 Prozent der Tatverdächtigen aus“, ergänzte der Behördenleiter Schmidt.

Ein Drittel aller Straftaten geht auf Diebstahlsdelikte, zum Beispiel Ladendiebstahl, Wohnungseinbruchsdiebstahl und Diebstahl aus, von und an Fahrzeugen, zurück. Auch der Anteil der Rohheitsdelikte bleibt hoch. Von den 19.000 Straftaten waren 2024 3.700 davon erfasst wurden. Darunter fallen zum Beispiel Mord, Totschlag und Vergewaltigung sowie sexuelle Übergriffe.

Starke Anstiege konnte die Gothaer Polizei bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und bei der Verbreitung von Pornografie messen. „In diesem Bereich können wir davon ausgehen, dass durch verschiedene Gesetze und Programm die Bereitschaft zur Meldung gestiegen ist. Aber auch das harte Vorgehen bei Pornografie zum Beispiel bei Minderjährigen und die digitalen Verbreitungswege sind als Grund zu nennen“, sagte Schmidt. Ein Beispiel für privat organisierte Programm zur Bekämpfung und Aufklärung von Fällen der Kinder- und Jugendpornografie ist das „National Centre for Missing and Exploited Children“, kurz NCMEC. Dort können Fälle gemeldet werden. Diese werden an das BKA weitergeleitet und eingehend geprüft.

Eine Abnahme konnte bei Delikten in Verbindung mit Rauschgift verzeichnet werden. Klärte die Gothaer Polizei 2023 noch gut 1.200 Fälle auf, waren es 2024 nur noch 800. „Ein Teil des Rückgangs geht auf die Legalisierung von Cannabis der alten Bundesregierung zurück“, erklärte der Behördenleiter.

Abschließend warnten die Beamten vor zunehmendem Trickbetrug. Da dieser sich immer stärker in den digitalen Raum verlagert, seien Ermittlungen in solchen Fällen unter erschwerten Bedingungen möglich. „Immer wieder erhalten wir Meldungen, bei denen Opfer mit einem falschen Techniksupport oder Bank-Service zu tun hatten“, bemerkte Schmidt. Es sei wichtig, die Menschen dafür zu sensibilisieren und Präventionsangebote zu schaffen bzw. vorhandene besser zu bewerben.

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