Wahlkampf: CDU jetzt gegen Wolf

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Wer hätte gedacht, dass der Wolf noch Thema im Wahlkampf wird – besonders bei der Thüringer CDU? Diese ist jetzt schlicht gesagt gegen den Wolf. Für den Landkreis Gotha wie auch für den Ilm-Kreis ist das insofern interessant, dass sich der Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski (CDU) gegen den Wolf stark macht. Warum? Und warum gerade jetzt?

Der Thüringer NABU (Naturschutzbund Deutschland) mit Sitz in Jena vermutet dahinter eine plumpe und naturfeindliche Wahlkampfstrategie. „Wir können nur mutmaßen, dass der Wolf schamlos als Wahlkampfthema missbraucht werden soll.“ – So heißt es in der unten stehenden Pressemitteilung des NABU Thüringen. Demgegenüber stehen die Aussagen von Tankred Schipanski.

Übrigens gehörte Tankred Schipanski wohl zu einigen CDU-Nachzüglern bei diesem Thema. Seine Pressemitteilung lief erst nach der Pressemitteilung des NABU im Redaktions-Postfach ein.

 

 

Angriffe durch Wölfe: Landesregierung muss endlich handeln
Schipanski fordert Runden Tisch

Nachdem es im Ilm-Kreis und im Landkreis Gotha in den vergangenen Wochen immer wieder zu Angriffen durch Wölfe auf Weidetiere kam, fordert der heimische Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski (CDU) die Thüringer Landesregierung auf, endlich konkrete Lösungen zu finden.

„Menschen und Weidetiere in der Region müssen effektiv vor den Wölfen geschützt werden. In der vergangenen Woche hat die CDU-Landtagsfraktion hierzu einen Antrag beschlossen, in dem sie eine Wolfsverordnung fordert, die auch eine sogenannte Schutzjagd ermöglicht. Diesen Antrag unterstütze ich ausdrücklich und fordere die Landesregierung auf, eine derartige Wolfsverordnung schnellstmöglich umzusetzen“, so Schipanski. Zudem dringt der Bundestagsabgeordnete auf die baldige Einsetzung eines Runden Tisches: „Es gilt jetzt, gemeinsam mit den Tierhaltern in der Region schnelle und praktikable Lösungen zum Schutz vor den Wölfen zu finden. Hier muss die Landesregierung tätig werden und zusammen mit den Betroffenen konkrete Maßnahmen erarbeiten.“

 

 

Wahlkampf ohne Wolf
NABU Thüringen: CDU soll nicht mit den Ängsten der Bürgerinnen und Bürger spielen

In der Diskussion um den Wolf in Thüringen bittet der NABU Thüringen die Thüringer CDU-Fraktion, zur Sachlichkeit zurückzukehren und nicht mit den Ängsten der Bürgerinnen und Bürger im Freistaat zu spielen.

Ein Antrag der Fraktion für den Thüringer Landtag enthält unter anderem Befürchtungen, dass Wölfe ihre Scheu vor Menschen und Siedlungen verlieren. Laut NABU gibt es seit 2000 wieder reproduzierende Wolfsrudel in Deutschland. Seitdem gab es keinen einzigen Fall, in dem sich ein freilebender Wolf gegenüber Menschen aggressiv verhalten hätte, schon gar nicht in Thüringen mit bislang nur einer amtlich nachgewiesenen Wölfin.

„Wer mit solchen Argumenten in der Öffentlichkeit hausieren geht, schürt den Hass gegen den Wolf in der Bevölkerung. Politiker müssen sich bewusst werden, mit welchen Parolen sie argumentieren“, sagt Martin Schmidt, der stellvertretende Landesvorsitzende des NABU Thüringen. Diese Stimmungsmache kann im Ernstfall kriminelle Handlungen gegen streng geschützte Arten, wie dem Wolf, nach sich ziehen.

Noch 2013 begrüßte der damalige CDU-Minister Jürgen Reinholz, im Vorwort der Broschüre „Managementplan für den Wolf in Thüringen“, die Rückkehr des großen Beutegreifers und bezeichnet ihn als wichtigen Bestandteil eines intakten Ökosystems. „Woher die plötzliche Unsachlichkeit kommt, können wir uns nicht erklären, sondern nur mutmaßen, dass der Wolf schamlos als Wahlkampfthema missbraucht werden soll“, so Schmidt. Auch dem Versuch, die für den Naturschutz unerlässliche Weidetierhaltung und den Wolfsschutz gegeneinander auszuspielen, erteilt der NABU eine Absage. In vielen europäischen Ländern wird gezeigt, wie Weidetierhaltung und Wolfsschutz gemeinsam realisiert werden können. Dies erfordert jedoch, die Weidetiere schnell und konsequent durch geeignete Hunde oder Zäune zu schützen. Andernfalls wird sich der Wolf wie jedes Wildtier an die leichte Beute gewöhnen.

Für erst recht ungerechtfertigt hält der NABU die Aufforderung der CDU Fraktion an die Landesregierung, sich für eine Abschaffung des gesetzlichen Wolfschutzes einzusetzen. „Mit der von der CDU-Fraktion geforderten Aufnahme des Wolfes in Anhang V der FFH-Richtlinie könnte für den Wolf von vornherein eine Abschussquote festgelegt werden. Dies lehnen wir strikt ab. Schon einmal wurde der Wolf in Deutschland verunglimpft, verfolgt und schließlich ausgerottet. Wenn nun in ungerechtfertigter Weise die Abschaffung des Wolfschutzes gefordert wird, kann dies schnell wieder passieren“, erklärt Schmidt.

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