Wen würden Sie auszeichnen?

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Oberbürgermeister Thomas Nitzsche, Heiko Krabbes, Koordinatorin Nicole Schneider

Ab sofort sind die Menschen der Stadt aufgerufen, sich Gedanken zum Thema zu machen und Vorschläge zu Personen oder Gruppen einzureichen. Der „Jenaer Preis für Zivilcourage“ ist ab sofort zum 19. Mal ausgelobt. Mit diesem Preis werden in Jena jährlich Menschen geehrt, die zivilcouragiert gehandelt haben und von den Jenaerinnen und Jenaern vorgeschlagen wurden.

Der Preis ist seit 2002 eine feste Konstante in Jena, aber es geht hierbei um mehr als eine Auszeichnung. Der Preis soll das Thema Zivilcourage immer wieder in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit rücken, zum Nachdenken animieren, aber auch anregen, das eigene Handeln zu reflektieren.

Zivilcourage, als Grundlage sozialer, menschenrechtsorientierter, offener Gesellschaften ist als gelebte Mitmenschlichkeit und Verantwortungsübernahme eine bedeutende Aufstehen und Widersprechen, Hingehen und sich einmischen, Öffentlichkeit herstellen und Hilfe zu organisieren verlangt Mut, weil nicht selten die eigene Haltung einem mehrheitlichen Tolerieren oder sogar Zustimmen zu einer diskriminierenden Situation gegenübersteht. Denn erwartete negative soziale Konsequenzen und Reaktionen für die eigene Person überlagern mitunter den Impuls, einzugreifen. Genau das macht Zivilcourage aus und ist von einer klassischen Erste-Hilfe–Leistung zu unterscheiden.

Aber nicht nur die Menschen der Stadt sind jedes Jahr aufgerufen, sich selbst Gedanken zum Thema zu machen und Vorschläge zu Personen einzureichen, die ihrer Meinung nach zivilcouragiert gehandelt haben, auch die Wirtschaft in Jena bezieht Position. So stiftet jedes Jahr ein anderes Unternehmen den Preis.

Das mit 1.000 Euro dotierte Preisgeld für den 19. Jenaer Preis für Zivilcourage kommt diesmal vom Restaurant Stilbruch. „Zunehmende Verrohung und die Bereitschaft zu Gewalt und deren Ausübung als Argument in jeder Form der Auseinandersetzung sind katastrophal.“, so Heiko Krabbes, Geschäftsführer des Restaurants Stilbruch in Jena. „Ich halte es für enorm wichtig, Menschen zu würdigen, die Toleranz in sich tragen und den Mut zur zivilen Courage aufbringen.“

Gemeinsam rufen nun Heiko Krabbes, Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche und KoKont Jena alle Jenaerinnen und Jenaer auf, Vorschläge zu Personen oder Gruppen einzureichen, die für ihr Handeln im letzten Jahr ausgezeichnet werden sollen.

Dies ist per Anruf (03641/ 236606) oder Mail (buero@kokont-jena.de) an KoKont bis zum  27. März 2020 möglich. Weitere Informationen, Kriterien und Hilfsstellungen gibt es unter https://www.kokont-jena.de.

Alle Vorschläge werden bei KoKont gesammelt, geprüft und an eine unabhängige Jury übergeben. Zusammengesetzt aus Vertreterinnen und Vertretern sozialer, wissenschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Bereiche der Stadt, entscheidet sie über die Vergabe des Preises.

Um die jährliche Auslobung des „Jenaer Preises für Zivilcourage“ hat sich ein Kreis von Unternehmen zusammengefunden, die alle bereits einmal das Preisgeld gestiftet haben und dem Anliegen des Preises auch weiterhin mit Förderungen treu bleiben. Die Godyo Enterprise Computing AG, die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH, die Sparkasse Jena-Saale-Holzland, die jenawohnen GmbH, die ASI GmbH, die ORISA Software GmbH, die Allianz Lohse OHG Jena sowie die Stadt Jena und die Hotel & Restaurant „Zur Noll“ GmbH haben den großen Stellenwert dieses Preises seit langem erkannt und beziehen durch ihre Unterstützung Position. KoKont Jena ist ständig bemüht, den Kreis der Förderer und „Stifterpaten“ zu erweitern, um die offizielle Anerkennung zivilcouragierten Handelns in Jena auf lange Sicht auf eine breite Basis zu stellen.

Der Preis wird auch dieses Jahr wieder gemeinsam mit dem Schüler*innen- und Jugendwettbewerb Charlotte-Figulla-Preis verliehen. Die feierliche Veranstaltung findet am  12. Juni 2020 im Jenaer Rathaus statt.

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