„Widerstand und Freiheit“: Abschlusskonzert der Jenaer Philharmonie

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Philharmonie Jena im Volkshaus am 4.10.2017 JenaKultur. Foto: Christoph Worsch

Das Reformationsjahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen und findet in Jena mit einem Konzert der Jenaer Philharmonie noch einmal einen Höhepunkt. Das Abschlusskonzert am 9. November 2017 um 20 Uhr im Jenaer Volkshaus bringt unter der Leitung des des. GMD Simon Gaudenz und dem Motto „Widerstand und Freiheit“ Werke von Fazil Say, Ludwig van Beethoven, Johann Sebastian Bach und Enjott Schneider zu Gehör. Als Solistinnen werden die Zwillingsschwestern Ferhan und Ferzan Önder an den Flügeln zu erleben sein.

Mit dem Ende diesen Jahres geht eine ganze Dekade zu Ende, die sich der Reformation gewidmet hat. Eine Fülle von Veranstaltungen haben Annäherung wie Auseinandersetzung mit Luthers Wirken und der Gedankenwelt der Reformation möglich gemacht. Die absolute Unzertrennbarkeit von Widerstand und Freiheit durch die Jahrhunderte führt das Abschlusskonzert zum Reformationsjahr 2017 mit einem unbestreitbar politischen Programm musikalisch vor. Dabei verbindet es unter dem Dirigat von GMD des. Simon Gaudenz Altes mit Neuem.

Heraus sticht Fazil Say mit seinem Konzert für 2 Klaviere und Orchester „Gezi Park 1“. Das Werk thematisiert den in einen Massenprotest mündenden Widerstand der Istanbuler gegen die Bebauung einer grünen Park-Oase in der dicht besiedelten Metropole zwischen Orient und Okzident. Heute gelten diese Proteste als Markstein für das Ende aller Hoffnung auf einen liberalen Staat Türkei. „Gezi Park 1“ entstand zeitnah zu den Ereignissen im Jahr 2013 – während der Komponist und Pianist Say wegen Blasphemie unter türkischer Anklage stand.

Enjott Schneiders „Ein feste Burg“ bezieht sich auf das streitbare Lied Martin Luthers, das mit seinem leuchtenden C-Dur wie kein anderes Lied den protestantischen Gedanken und Eigenwillen der lutherischen Reformation verkörpert. Das sinfonische Gedicht holt das Thema ins Hier und Jetzt und formuliert eine klare Aussage: Gottes Schöpfung, die wir zunehmend mit Füssen treten, zerstören, verschmutzen und verwüsten ist der wahre Ort eines tiefen Glaubens und der Erscheinung Gottes. Eine Schöpfung, die allen Religionen gemeinsam ist und allen gleichermaßen gehört, – ob protestantisch, katholisch, jüdisch oder muslimisch.

Am Klavier erleben Sie erstmals in Jena die im anatolischen Tokat geborenen und heute in Österreich lebenden Schwestern Ferhan und Ferzan Önder. Zwillingen wird ja eine besondere Verbindung nachgesagt: Ferhan & Ferzan Önder tragen diese auf das Konzertpodium. Zwei eigenständige künstlerische Persönlichkeiten erschaffen gemeinsam eine neue musikalische Identität. Was auf den ersten Blick wie ein Klischee erscheint, wird bei den Schwestern zum sinngebenden Moment ihrer künstlerischen Tätigkeit und zum Charakteristikum ihrer musikalischen Ausdruckskraft, die in der gegenseitigen Ergänzung vollends erfahrbar wird.

Karten für das Konzert bei der Jenaer Touristinformation oder über www.jenaer-philharmonie.de sowie eine Stunde vor Konzertbeginn an der Abendkasse.

 

Das Programm im Detail

Enjott Schneider: „Ein feste Burg“ Sinfonisches Gedicht
Johann Sebastian Bach: Fuga (2. Ricercata) a 6 voci aus „Das musikalische Opfer“ BWV 1079,5
Fazil Say: „Gezi Park 1“ Konzert für zwei Klaviere und Orchester
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

 

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