Zwei Auszeichnungen für „Memory Walk“: Jugendliche widmen Preis Gothaer Jüdinnen und Juden

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Freude über die Auszeichnungen: Robby Jung, Ulrike Schuppener, Antonia Kühn, Levin Reum, Mascha Fiebelkorn, Tom Starke und Viktoria Lang (v.l.n.r.) Foto: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha/Christoph Mauny

Gotha (red/mk, 9. Juli). Ein Projekt, sieben Jugendliche – zwei Auszeichnungen: Beim regionalen Schülerwettbewerb „Demokratie gestalten – aber wie?“ des Staatlichen Schulamts Westthüringen wurde heute das Gothaer Projektteam „Memory Walk“ mit dem Hauptpreis „Demokratisches Engagement vor Ort“ in der Kategorie „Schülergruppe“ ausgezeichnet. Damit nicht genug: Auch beim Thüringer Landeswettbewerb „Demokratisch Handeln“ wurde das Gemeinschaftsprojekt kürzlich prämiert – als Best-Practice-Beispiel im Themenfeld „Historisch-politisches Lernen“.

Bei dem Video-Workshop „Memory Walk – Befrage deinen Ort zu seiner Geschichte“ der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha in Kooperation mit dem „Anne Frank“-Zentrum (Berlin) haben die Gothaer Jugendlichen dokumentarische Kurzfilme zur Erinnerungskultur in Gotha produziert. Auf den YouTube-Kanälen der beiden Institutionen stehen diese kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung und können Schulen als unkonventionelles Unterrichtsmittel dienen.

Die Projektgruppe „Memory Walk“ im Treppenhaus des Staatlichen Schulamts Westthüringen:Viktoria Lang, Robby Jung, Tom Starke, Mascha Fiebelkorn, Levin Reum, Antonia Kühn, Ulrike Schuppener (v.l.n.r.) Foto: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha/Christoph Mauny

Christoph Mauny, der das Projekt seitens der Stiftung als Mentor begleitet hat, lenkte bei der Verleihung die Aufmerksamkeit auf die jungen Filmemacher*innen: „Natürlich sind das schöne Bestätigungen unserer Arbeit und unseres neuen Vermittlungskonzepts. Aber heute geht es darum, die Jugendlichen zu feiern, es sind ihre Filme, ihre Preise. Wie gewissenhaft sie bei der Recherche waren und wie mutig und einfühlsam bei der Begegnung mit den Menschen, das hat uns sehr beeindruckt. Sie haben Öffentlichkeit geschaffen.“

Darüber hinaus lobte Mauny insbesondere jene Schulen, die die Arbeit der Jugendlichen wertschätzen und damit weiterarbeiten wollen: „Etwa die Arnoldischule Gotha um ihren Direktor Clemens Festag oder die Lehrerin Angela Schwarz vom Perthes-Gymnasium in Friedrichroda haben sofort gesagt: Da gibt es dieses spannende Projekt und eine*r von unseren Schüler*innen hat da in der Freizeit mitgemacht – lasst und das in unserer Schule vorstellen!“


Museum in Bewegung: Die Teilnehmer*innen des „Memory Walk“ auf ihrem Erkundungsweg von Denkmal zu Denkmal in Gotha. Foto: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha/Michał Żak

Das Format „Memory Walk“ basiert auf einer Idee des „Anne Frank“-Hauses in Amsterdam, junge Menschen zu ermutigen, sich aktiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus und der Shoa anhand der spezifischen Geschichte ihres Ortes auseinanderzusetzen. Wesentlicher Zugang für diese Auseinandersetzung ist die Frage, wie im lokalen Raum an historische Ereignisse und Entwicklungen erinnert wird und wie diese Erinnerungskultur unseren heutigen Blick auf die Vergangenheit beeinflusst.

Die junge Projektgruppe gab Sigrun Annen und Berit Fischer vom Staatlichen Schulamt Westthüringen bekannt, den erhaltenen Preis den heute in Gotha und dem Landkreis lebenden Jüdinnen und Juden zu widmen.

Links zu den Filmen auf dem YouTube-Kanal der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha:

Memory Walk in Gotha | Gedenktafel am Bahnhof
https://youtu.be/NaEyR-icLsw

Memory Walk in Gotha | Denkmal für die Synagoge
https://youtu.be/-u1CyKk_6Qk

Informationen zu den Wettbewerben:
Regionaler Schülerwettbewerb „Demokratie gestalten – aber wie?“ (Staatliches Schulamt Westthüringen):
https://schulamt.thueringen.de/west/aktuell/regionaler-schuelerwettbewerb-demokratie-gestalten-aber-wie

Landeswettbewerb „Demokratisch Handeln“ (Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport):
https://bildung.thueringen.de/aktuell/thueringer-landeswettbewerb-demokratisch-handeln

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