Umfrage: Bundesbürger wegen Zuwanderung skeptisch

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ARD-DeutschlandTREND: Skeptische Sicht der Bundesbürger auf Zuwanderung

Berlin/Gotha (red/Infratest dimap, 6. Mai). Angesichts steigender Geflüchteten-Zahlen ist für den 10. Mai ein Sondergipfel von Bundeskanzler und Ministerpräsidenten geplant. Die grundsätzliche Haltung der Bundesbürger zur Zuwanderung ist distanziert. Nach Ansicht von mehr als jedem Zweiten überwiegen für Deutschland bei der Zuwanderung die Nachteile, für ein Drittel dominieren die Vorteile. Ähnlich positionierten sich die Bundesbürger bereits 2017.

Hinter der zurückhaltenden Gesamt-Bewertung der Zuwanderung verbirgt sich allerdings ein differenziertes Bild. So sprechen sich vier von zehn dafür aus, dass Deutschland mehr ausländische Fachkräfte anwirbt. Knapp drei von zehn wollen das derzeitige Niveau zumindest halten, während etwa ein Viertel den Fachkräfte-Zuzug verringern möchte.
Deutlich anders fällt die Haltung zur Aufnahme von Geflüchteten aus. Dass Deutschland mehr Geflüchtete aufnimmt, befürwortet nicht einmal jeder Zehnte, ein Drittel unterstützt die Aufnahme im derzeitigen Umfang. Gut die Hälfte der Wahlberechtigten wünscht sich aber, dass weniger Geflüchtete aufgenommen werden.

Trotz ihrer deutlichen Vorbehalte differenzieren die Bürger ihr Urteil wie in der Vergangenheit in Abhängigkeit von den Fluchtgründen. Die Aufnahme von Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlingen und Menschen, die vor Hungers- oder Naturkatastrophen fliehen, gilt nach wie vor einer Mehrheit als richtig, ebenso die Aufnahme von politisch bzw. religiös Verfolgten. Die Aufnahme von Menschen, die ihr Land in erster Linie aus wirtschaftlichen Motiven verlassen, stößt dagegen bei ihnen auch weiterhin auf deutliche Ablehnung.

Unter dem Strich ist auf dem Feld der Flüchtlings- und Einwanderungspolitik das Vertrauen in die Problemlösungsfähigkeit des Parteiensystems insgesamt rückläufig. Ein Drittel kann oder will derzeit keiner Partei entsprechende Kompetenzen zuweisen, deutlich mehr als zur letzten Bundestagswahl. 21 % setzen am ehesten auf die Unionsparteien, 16 % auf die SPD, 12 % auf die AfD. Punkten könnte die Politik bei den Bürgern mit aktuellen Plänen zur Verlagerung der Asylverfahren an die EU-Außengrenzen. Für die große Mehrzahl geht die Initiative der SPD-Innenministerin grundsätzlich in die richtige Richtung.

Wenn morgen Bundestagswahl wäre:

 

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