Blue Volleys siegten im letzten Heimspiel

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Der Meister gab sich bei den Blue Volleys keine Blöße. Foto: JeppeSmedNielsen/Pixabay

Gotha (red/wm, 10. April). Im letzten Saisonheimspiel mussten die Gothaer Volleyballer allerdings lange gegen den hartnäckigen Widerstand der Gäste aus Mainz ankämpfen, siegten am Ende jedoch verdient mit 3:2 (-23; 16; -25; 16; 10).

Erstmals seit langer Zeit war die Ernestiner-Sporthalle wieder gut gefüllt. Die Zuschauer mussten ihr Kommen auch nicht bereuen, den sie sahen ein interessantes Spiel zwischen den Blue Volleys Gotha und der TGM Mainz-Gonsenheim, der mit einem Sieg der eigenen Mannschaft endete. Die Partie gegen die bereits als Absteiger feststehenden Mainzer verlief zudem spannender als es die Tabellensituation zuvor erwarten ließ.

Vom Anpfiff an spielten die Gäste aus Rheinland-Pfalz mutig und unbelastet. Die Hausherren, die trotz gegenteiliger Beteuerungen den Gegner vielleicht doch etwas unterschätzt hatten, schienen einigermaßen überrascht von dessen engagierter Spielweise. Schon beim Stand von 10:13 sah sich Gothas Trainer Jonas Kronseder zu einer ersten Auszeit gezwungen. Doch auch danach gab es meist nur Einzelaktionen und zu selten ein durchgängig zwingendes Spiel seiner Mannschaft. Zwar hatte man beim 18:18 den Ausgleich hergestellt, doch die Mainzer, die das Hinspiel noch klar mit 0:3 verloren hatten, gaben sich nicht geschlagen. Bei vielen Gothaer Angriffen hatten sie in der Abwehr noch eine Hand am Ball. Selbst die Verletzung ihres Außenangreifers Jonas Manß änderte daran nichts. Und so konnte die TGM kurze Zeit später den kaum erwarteten 25:23-Satzgewinn bejubeln.

Dieser Satzverlust wirkte dann aber wie ein Weckruf für die favorisierten Blue Volleys. Im 2. Satz zeigten sie, was sie bei konzentrierter Spielweise zu leisten in der Lage sind. Mit Yann Böhme, Erik Niederlücke, Felix Lesche und Jannis Hopt hatten die Gothaer jetzt vier 2-Meter-Spieler auf dem Feld, die zusammen mit den ebenfalls guten Blockspielern Mikael Clegg und Tomasz Gorski ihre Stärke im Block immer wieder ausspielten.

Der Aufschlagdruck nahm zu und auch im Angriff agierte man jetzt viel kompromissloser. Obwohl die Mainzer Spieler weiterhin alles versuchten, das Gothaer Spiel zu stören, kamen sie in diesem Abschnitt nicht mehr in Gefahr. Über die Zwischenstände 12:6 und 19:14 endete der 2. Satz mit 25:16 für die Gastgeber.

Damit schien der Weg frei für einen 3-Punkte-Erfolg der Hausherren, denn auch im 3. Satz lagen die Gothaer die meiste Zeit einige Punkte vor und standen beim 20:15 kurz vor einem weiteren Satzgewinn. Doch Mainz hatte etwas dagegen. Bärenstark in der Abwehr, in der Libero Hendrik Diwersy einen tollen Job erledigte und mit viel Mut im Angriff gaben sie nie auf. Dennoch erspielten sich die Hausherren beim 24:21 noch drei Satzbälle, konnten diese aber allesamt nicht nutzen. Anders die Gäste. Mit guten Blocks und weiterhin extrem guter Feldverteidigung wehrten sie alle Satzbälle nicht nur ab, sondern behielten die Nerven, als sie selbst beim 26:25-Satzball hatten. Ein erfolgreicher Angriff brachte ihnen dann sogar den Satzgewinn.

Die Blue Volleys antworteten im folgenden Abschnitt entsprechend wütend. Mit Kapitän Robert Werner, der mit seinem vielfältigen Angriffsrepertoire voranging, hatten die Blue Volleys das Spiel wieder im Griff. Böhme mit seinen mächtigen Aufschlägen und Angriffen setzte der TGM mächtig zu und auch über die zuvor vernachlässigte Mitte lief jetzt mehr, in der in dieser Phase besonders Gorski gefiel.

Wie schon im Satz Nr. 2, endete auch dieser 4. Teilabschnitt mit 25:16 für die Thüringer.

Auch im Tiebreak, der wie schon eine Woche zuvor im Spiel gegen Mimmenhausen die Entscheidung bringen musste, vermochten die Mainzer das Spiel lange Zeit offenzuhalten. Beide Teams boten nochmal richtig guten Volleyball mit einigen spektakulären langen Rallyes. Besonders die Szene zum 9:6 als Libero Max Stückrad artistisch abwehrte und Werner den Ball mit viel Übersicht in die Lücke der Mainzer Feldabwehr pritschte, führte zu großem Beifall auf der Tribüne. Weitere erfolgreiche Aktionen von Werner und Böhme brachten nach einem zwischenzeitlichen Ausgleich Gotha wieder zwei Punkte vor. Und als sich dann Lesche zum Aufschlags- und Abwehrspezialisten entwickelte und mit seinen Assen für die entscheidenden Punkte sorgte, war die Partie entschieden. Mit einem Angriff zum 15:10 beendete einmal mehr der spätere MVP Böhme unter großem Jubel die Begegnung.

Neben Böhme wurde auf Mainzer Seite der Mittelblocker und US-Amerikaner Timothy Lourich als MVP gewählt.

Etwas Wehmut kam am Ende dennoch auf, als Hallensprecher Roland Braune bekannt gab, dass mit Böhme und Niederlücke zwei verdienstvolle Spieler des VC Gotha in der kommenden Spielzeit nicht mehr für die Blue Volleys am Netz stehen werden. Böhme, vor zwei Jahren aus der 3. Liga gekommen, wird sportlich einen weiteren Schritt gehen und in der nächsten Saison für einen Erstligisten spielen. Niederlücke wird sein Lehramtsstudium für ein Jahr in den USA fortsetzen. Beiden Spielern wünschen wir für die Zukunft alles Gute und hoffen auf ein späteres Wiedersehen.

Beifall gab es auch für Stückrad, der an diesem Abend sein 150. Spiel im Trikot des VC Gotha absolvierte.

Blue Volley Trainer Kronseder zeigte sich im anschließenden Livestream-Iinterview weitgehend zufrieden mit seinem Team. „Wir wussten, dass es heute nochmal schwer werden würde. Ich bin aber zufrieden, wie die Mannschaft auf die Satzrückstände reagiert hat und das Spiel am Ende noch für sich entschieden hat. Die Zuschauer haben ein spannendes Spiel erlebt. Obwohl wir den angestrebten Podestplatz nicht geschafft haben, bin ich auch angesichts der Umstände und Ausfälle in dieser Saison mit dem Saisonverlauf und den 6. Platz, trotz einiger schwankender Leistungen nicht unzufrieden.“

Auf die Blue Volleys warten jetzt nur noch das letzte Punktspiel beim voraussichtlichen Meister Baden Volleys Karlsruhe am 23. April und das Thüringer Pokalfinale gegen den VSV Jena 90 einen Tag später, bevor die Saison 2021/22 zu Ende geht.

Blue Volleys Gotha mit: Werner, Böhme, Maisch, Clegg, Lesche, Gorski, Hopt, Niederlücke, Spankowski, Götze und Stückrad

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