DEHOGA: „Gastgewerbe braucht endlich Klarheit“

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Die Stimmung im Gastgewerbe verbessere sich leicht, so das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband). Foto: William Sun/Pexels

Erfurt (red, 28. Mai). „Nicht akzeptabel – um es noch sehr freundlich zu sagen“, charakterisiert Mark A. Kühnelt, Präsident des DEHOGA Thüringen e. V., die derzeitige Diskussion um die neue Thüringer Corona-Verordnung. „Es kann nicht sein, dass alle anderen Bundesländer lockern und Thüringen die restriktivsten Regeln beschließen und diese bis Ende Juni zementieren will.“

Weiter führt er aus: „Wenn die Gesundheitsministerin bei den Lockerungen weiter bremsen will, so wie sie es mehrfach betont hat, dann trägt sie die Verantwortung und möge sich auch öffentlich dazu bekennen, dass dem Tourismus und Gastgewerbe in Thüringen massiver Schaden zugefügt wird. Wenn jetzt nicht akzeptable und pragmatische Regelungen kommen, dann hat unsere Branche keine Perspektive.“

Er erinnerte an die Ankündigung von Ministerpräsident Bodo Ramelow, dass der Inzidenzwert nicht allein Maßstab für Öffnungsszenarien sein solle, sondern andere Indikatoren einbezogen werden müssen.

Der aktuelle Verordnungsentwurf jedoch zementierte die Ausrichtung auf den Inzidenzwert: So könne ein singuläres Ereignis mit 30 positiv getesteten Personen sehr schnell dazu führen, dass Hotels und Restaurants wieder schließen müssen, weil der Inzidenzwert die 50er-Grenze überschreitet.

„Unter diesen Umständen ist eine Planung kaum möglich und Gäste werden eher abgeschreckt“, fährt Kühnelt fort.

„Nach den Modellrechnungen steht, auch ohne nicht berechenbare singuläre Ereignisse, damit die Sommersaison für das Thüringer Gastgewerbe in Gefahr“, äußert sich Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen e.V.

„Die Kollegen in den Hotels und den Restaurants wollen nach sieben Monaten Zwangsschließungen und dem damit erbrachten Sonderopfer endlich wieder für ihre Gäste da und gerade nicht von staatlichen Subventionen abhängig sein. Die Hotelbetten in Thüringen warten, genau wie die Restaurantplätze im Innenbereich, auf Gäste. Wir brauchen eine Perspektive und nicht wieder den nächsten Schock, dass erst der Inzidenzwert unter 50 sein und bleiben muss, bevor geöffnet werden darf. Wir fordern die Gesundheitsministerin Heike Werner, dringend auf, in der neuen Verordnung die Öffnung der Innenbereiche der Gastronomie und die Beherbergung von touristischen Gästen bei einem Inzidenzwert von unter 100 zuzulassen“, so Ellinger.

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