ThüringenForst saniert „Kissel“

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Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf: ThüringenForst erweckt das historische Jagd- und Forsthaus Kissel, dessen detailreiche Architektur auch unter starker Patina fasziniert. Unter der Leitung des beauftragten Büros B19 Architekten wird das sanierte Holzfachwerk mit Lehmsteinen ausgemauert. Foto: Horst Sproßmann/ThüringenForst

Erfurt (red/hs, 12. Dezember). Unterhalb des Hohen Kissels nordwestlich von Bad Liebenstein befindet sich inmitten des Staatswaldes des Forstamtes Bad Salzungen das Jagd- und Forsthaus des ehemaligen Herzogs Georg II. von Sachsen-Meiningen.

1868-1869 im Schweizer Stil erbaut, ist es noch weitgehend in seiner ursprünglichen Form erhalten. In den vergangenen Jahrzehnten ungenutzt und dringend sanierungsbedürftig, hat der ThüringenForst mit Fördermitteln des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie 2020 und 2021 mit der baulichen Sicherung begonnen.

So wurden marode Balken des Tragwerks fachmännisch ersetzt, offene Fachwerke mit Lehmsteinen ausgemauert und Risse im Fundament/Gewölbekeller mit der gebotenen Sorgfalt repariert und versiegelt. Rund 220.000 Euro wurden investiert. Damit ist die Grundlage für die denkmalgerechte Sanierung dieses Kleinods gelegt. Schon 2018 erfolgte hierzu die detaillierte Bestandserfassung und Planung der baulichen Sicherung.

Wechselvolle Geschichte und emotionales Stück Heimat
„Gerade das historische Kisselhaus ist aufgrund seiner wechselvollen Geschichte für viele Südwestthüringer ein emotionales Stück Heimat, das auf gar keinen Fall zerfallen darf“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.

Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte war das Gebäude Sitz für Hofjäger und Revierförster, Jagddomizil des Herzogs, Zufluchtsort für evakuierte Familien nach dem II. Weltkrieg und sogar Standort für eine Gaststätte und die forstliche Lehrlingsausbildung.

Der ThüringenForst entschied sich deshalb in einem ersten Schritt für die bauliche Sofortsicherung des Gebäudes und wurde bei dieser Initiative durch das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie unterstützt. Das ehemalige herzogliche Jagd- und Forsthaus ist jedes Jahr Ziel unzähliger Wanderungen – und das nicht nur zu Himmelfahrt und Pfingsten. „An seinem Schicksal sind viele Menschen der Region sehr interessiert und registrieren deshalb jeden Sanierungsschritt mit großer Aufmerksamkeit“,so Gebhardt weiter.

 

 

 

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