Mit einer von Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen des Gymnasiums Ernestinum gestalteten Gedenkveranstaltung wurde am gestrigen Vormittag in Gotha an die Opfer der Märzkämpfe nach dem Kapp-Putsch am 18. März 1920 gedacht. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde am Gebäude der Hauptpost am Ekhofplatz eine neue Gedenktafel enthüllt. Die Schülerinnen und Schüler des Geschichtskurses haben das Ereignis vor 92 Jahren seit den Winterferien recherchiert und trugen ihre Gedanken dazu vor.
In der jungen Demokratie der Weimarer Republik und des Freistaates Gotha führten im Jahre 1920 Interessenskonflikte zu gewalttätigen Ausschreitungen. Dabei ließen Menschen auch in Gotha, am Ekhofplatz und auf den Straßen der Stadt ihr Leben. Zum Gedenken daran soll mit dieser Tafel ein Zeichen für Demokratie und gegen Gewalt gesetzt werden.
Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg und dem Ende der Monarchie herrschte unter den Menschen Trauer, Not und Existenzangst. Der Versailler Friedensvertrag schrieb die Stärke des deutschen Heeres auf maximal 100.000 Mann fest. In Folge dessen ereignete sich in Berlin der rechts gerichtete Kapp-Lüttwitz Putsch gegen die junge Weimarer Republik.
In Gotha proklamierte am 9. November 1918 der Gothaer Reichstagsabgeordnete der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) Wilhelm Bock auf dem Hauptmarkt die Gothaer Republik und erklärte Herzog Carl Eduard für abgesetzt. Fünf Tage später dankte der Herzog ab. Nach dem in Berlin 1920 gescheiterten Putsch kam es im Land zu Unruhen. Um die Republik zu schützen, löste auch in Gotha die USPD-Landesregierung des Freistaates den Generalstreik aus. Am 17. und 18. März 1920 kam es zu Straßenkämpfen zwischen der rechtsgerichteten Reichswehr und der linksgerichteten Arbeiterwehr. Hier wurden zwei Menschen getötet. Insgesamt sind über 90 Opfer zu beklagen.
Oberbürgermeister Knut Kreuch bedankte sich beim Gothaer Friedenskreis für das seit vielen Jahren organisierte Gedenken an die Märzkämpfe und bei Bernd Fundheller, der die alte Gedenktafel geborgen und die neue Tafel angebracht hat. Die alte Gedenktafel, ein wertvolles Zeitdokument, wurde dem Museum für Regionalgeschichte zur Sicherung übergeben. Darüber hinaus gilt besonderer Dank auch Dr. Albrecht Luthardt, der als ehemaliger Gothaer und Alternestiner den Blick auf dieses Ereignis geschärft hat. Auf dem Hauptfriedhof wurde zeitgleich zur Veranstaltung am Gebäude der Hauptpost ein Kranz zum Gedenken an die Opfer der Märzkämpfe niedergelegt.






















