Am Donnerstag, 24. Mai, 20 Uhr verabschiedet das Theaterhaus Jena seine Inszenierung „Ich komme aus meiner Haut, sieben Tage Doppelmord” nach Thomas Brasch.
Der Schriftsteller, Übersetzer und Filmemacher Thomas Brasch (1945 – 2001) war einer jener Künstlern, die in beiden deutschen Nachkriegsstaaten Probleme mit der Obrigkeit hatten. In der DDR wurde er zu 2 Jahren Haft verurteilt, weil er Flugblätter gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die CSSR verbreitet hatte. In der BRD geriet seine Auszeichnung mit dem bayerischen Filmpreis zum Skandal, weil er sich nachdrücklich bei der Filmhochschule der DDR für seine Ausbildung bedankte.
Nach der „Wende“ arbeitete Brasch fieberhaft an einem einzigen Thema; dem Phänomen des Mädchenmörders Karl Brunke, der als Banklehrling zwei junge Frauen ermordet hatte, aber an der Selbsttötung gescheitert war. Tod auf Verlangen? Missglückter kollektiver Selbstmord?
Braschs Besessenheit von diesem Thema, sein Unbehaustsein im “Nachwende”-Deutschland sind der Ausgangspunkt für den Abend „Ich komme aus meiner Haut“. Er zeigt ganz verschiedene Facetten von Brasch: wie er mit dem Thema Brunke ringt; wie er sich als Knabe von seinem übermächtigen Vater gedemütigt fühlt; wie sich in seinen wunderschönen Gedichten sein vielfach gespaltenes Verhältnis zur Welt zeigt.
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