Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt verlieh am 2. Dezember Burkhard Schlott aus Schwabhausen aus Anlass des Internationalen Tags des Ehrenamtes den Ehrenbrief des Freistaates Thüringen. „Es ist mir ein Herzensanliegen, jene zu würdigen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Ich danke allen, die Verantwortung übernehmen und sich freiwillig engagieren – den Menschen, die anpacken, begleiten, zuhören und verbinden. Sie zeigen: Es lohnt sich, füreinander da zu sein“, sagte der Ministerpräsident vorab.
In der Begründung der Thüringer Staatskanzlei heißt es: „Es gibt Menschen, die eine Gemeinschaft prägen – nicht für einen Moment, nicht für eine Veranstaltung, sondern über Generationen hinweg. Burkhard Schlott ist eine solche Person, deren Engagement, deren Weitblick und deren Herz dafür sorgen, dass ein Ort lebendig bleibt, dass Tradition weitergetragen wird und dass Gemeinschaft nicht nur ein Wort, sondern gelebte Wirklichkeit ist. Seit nunmehr 81 Jahren ist er Teil dieser Gemeinde – und ein großer Teil dieser 81 Jahre ist er ihr Motor, ihr Ideengeber, ihr Bewahrer und zugleich ihr Gestalter gewesen.
Als Leiter des Schwabhäuser Karnevalclubs 1954 e.V. hat er nicht nur Fasching gefeiert – er hat Lebensfreude gestiftet, Menschen zusammengeführt, Tradition gepflegt und neue aufgebaut. Mit dem von ihm gegründeten Dorfklub sorgte er viele Jahre dafür, dass kulturelle Veranstaltungen in Schwabhausen nicht nur stattfanden, sondern erlebbar wurden.
Doch ist Burkhard Schlott keiner, der sich auf einem Feld engagiert und es dabei belässt. Er ist ein Gestalter im umfassenden Sinne. So ist er Gründungsmitglied des Schützenvereins Schwabhausen 1993 e.V., den er viele Jahre als Vorsitzender führte – ein Verein, der heute ein fester Bestandteil des Gemeindelebens ist. Er war 15 Jahre Mitglied des Gemeinderates und hat dort Verantwortung übernommen, Entscheidungen getroffen und Zukunft mitgestaltet. Selbst im Ruhestand blieb er nicht ruhend: Er rief eine Gruppe ins Leben, die sich der landwirtschaftlichen Alttechnik widmet – ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung unseres kulturellen Er bes. Und er gründete den Verein Historisches Landleben Schwabhausen, der heute lebendig hält, was andernorts längst verloren gegangen ist: Tradition, Handwerk, Geschichte und gemeinschaftliches Tun.
In Schwabhausen sind die Spuren seines Wirkens allgegenwärtig: Das Bürgerhaus, das historische Lagerhaus, der Lehmbackofen, das Schützenhaus, die Streuobstwiese und vieles mehr – all dies wäre ohne Burkhard Schlott nicht das, was es heute ist. Und nicht nur die Gebäude, auch die Vereine, die das Gemeindeleben prägen, tragen seine Handschrift. Sie wären ohne ihn nicht die lebendigen, aktiven und freudvollen Gemeinschaften, die sie heute sind.“
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 12 (2025)




















