Fangen wir mit einer Verwirrung an:
Wenn eine Figur in einer Geschichte, die gerade erzählt wird, darüber nachdenkt, dass sie gerne eine Geschichte schreiben würde, in der sie selbst in dem Augenblick vorkommt, und das Theaterstück, dass wir gerade sehen, genau diese Geschichte ist.
Zwischenruf von hinten: „Das meinst du aber jetzt nicht im Ernst!“
Doch. Es wird noch besser: Stell dir vor, eine Maus freundet sich mit einem Leoparden an und gemeinsam überlegen sie, eine Geschichte zu erfinden, in der der Leopard die Maus frisst, die aber gerade diese Geschichte erzählt.
Erneuter Zwischenruf: „Das wird ja immer verwirrender!“
Es wird noch besser: Stell dir vor, die Maus und der Leopard sind ein Kinderbuch. Doch dann kamen wunderbare Menschen vom art der stadt e.V. und verwandeln die stummen Buchstaben in lebendige Sprache, in Kostüme, in Kulisse, in ein Theaterstück.
„Echt? Das haben die gemacht?“
Ja. „Rigo und Rosa“ ist ein Kinderbuch von Autor Lorenz Pauli und der Illustratorin Kathrin Schärer. Darin passiert genau das, nämlich das Unmögliche. Die klitzekleine Maus Rosa hat große Angst vor großen Tieren. Deshalb flüchtet sie sich quicklebendigschnell zum Leoparden Rigo, der in einem Zoo liegt. Er beäugt die Kleine und überlegt, was er tun soll: „Fragen oder fressen? Ich frag‘ mal. Fressen kann ich danach. Umgekehrt ist schwierig.“
Das ist der Anfang einer Freundschaft zwischen zwei höchst unterschiedlichen Wesen, die sich im tierischen Alltag gehörig aus dem Weg gehen, jedenfalls die Maus dem Leoparden. Sie fangen an, miteinander Geschichten zu erfinden: „Das ist doch das Wunderbare an Geschichten: Man kann etwas erfinden, etwas völlig Unmögliches. Und dann stellen wir es uns vor, und in uns drin ist es plötzlich ganz richtig.“
Menschen lieben Geschichten. Dabei ist es nicht wichtig, dass sie „wirklich“ so gewesen sind oder gewesen sein könnten. Dass wir sie uns ausdenken, reicht aus, um sie Wirklichkeit sein zu lassen. Im Theater funktioniert das besonders gut, weil wir die Geschichte auch leibhaftig sehen und hören. Wir können miterleben, mitfiebern, uns mitängstigen. Wir spüren den Mut der kleinen Maus und die Kraft des Leoparden. Wir sehen, wie die beiden sich vertraut machen und anfangen, sich eine neue , eine gemeinsame Welt zu erschaffen.
Zweifelnder Ruf von hinten: „Das verstehen Kinder ab vier Jahre?“
Ja, die auf jeden Fall. Aber auch alle, die schon älter geworden sind, also vielleicht Hundertjährige, haben an diesem Theaterkinder- oder Kindertheaterstück ihre Freude. Unsere Premiere von „Rigo und Rosa“ ist am 28. März.
Ganz laut: „Da komme ich. Wo gibt es Eintrittskarten?“
Wie immer, bei uns. Anrufen oder eine E-Mail schreiben. Details findest du auf unserer Website. „Und mit etwas Glück geht die Geschichte trotzdem weiter.“
Mit fröhlichen leopardisch-mausischen Grüßen aus dem Fundament
Bernd Seydel für den art der stadt e. V.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 2 (2026)





















