Rückkehr nach Gotha: Musikalische Premierenlesung im April

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Thomas A. Herrig (Foto: privat)
Fliesenstudio Arnold

Manche Bücher entstehen schnell – andere brauchen Jahre. Für Thomas A. Herrigs Debüt-Roman ist das wörtlich zu nehmen:
13 Jahre lang schrieb der Schriftsteller und Kulturjournalist an seinem Erstling „Die UMschreibung eines Lebens“. Im April kehrt der ehemalige Gothaer Stadtschreiber (2023) nun in die Residenzstadt zurück, um aus genau diesem Buch erstmals öffentlich zu lesen – als Romanpremiere in Gotha und an einem Ort, der für den Text eine besondere Bedeutung hat.

„Ich habe lange gezögert, das Buch zu schreiben – aber gerade meine Zeit in Gotha hat mir Mut dafür gemacht“, sagt der Autor. Immer wieder sei er wertschätzend darauf angesprochen worden „Und wann kommt der Roman?“ – was schließlich zum entscheidenden Impuls wurde.

„Die UMschreibung eines Lebens“ ist die literarische Erzählung einer wahren Geschichte. Herrig begegnet darin Größen wie Bruno Ganz, Martin Walser und Doris Dörrie, kämpft sich durch ein Burnout, gründet beinahe eine Universität und taucht tief ein in die Welten von Literatur, Werbung und Medien. Der Roman erzählt von einem Leben zwischen Notwendigkeit und Kreativität, voller überraschender Wendungen und getragen von einer Berufung, die nie ganz loslässt.

Veröffentlicht wird das Werk zum Frühjahr 2026 im Schweizer Münster Verlag. Dass Herrig es nun erstmals in Gotha vorstellt, passt auch inhaltlich: Die Premiere führt zurück an einen Ort, „an dem ich endlich die Gelegenheit hatte, weite Teile davon zu schreiben. Und Gotha, die Menschen der Stadt, das alles spielt im Roman eine wichtige Rolle.“

Die Lesung findet am 16. April um 17.30 Uhr in Gothas Stadtbibliothek „Heinrich Heine“ statt. Wie schon frühere Auftritte Herrigs ist auch dieser Abend als Lesung mit Musik konzipiert. Am Klavier begleitet ihn sein Vater Charles Herrig, sodass Literatur und Musik ein gemeinsames Format bilden.

Daneben gibt Herrig an diesem Abend auch Einblick in seine zweite Veröffentlichung: Im Dezember erschien der Erzählband „Das Winken der vergnügten Katze“. Darin versammelt er 28 kurze Geschichten, angeregt von einem literarischen Trend, der gerade vor allem in Japan und Korea viele Leserinnen und Leser erreicht: Healing Fiction. Die Texte setzen auf leise Wirkung und inspirierende Perspektivwechsel für den Alltag.

„Ich glaube sehr an die Kraft kleiner Impulse. Literatur muss nicht immer laut oder komplex sein, um wirksam zu werden“, sagt Herrig. „Am schönsten fände ich, wenn ‚Das Winken der vergnügten Katze‘ für Leserinnen und Leser ein Begleiter ist – wenn es täglich eine neue Perspektive schenkt und vielleicht daran erinnert, manchmal einen Schritt langsamer zu gehen. Innezuhalten, zu genießen oder zu reflektieren.“

So verbindet der Abend in Gotha zwei Seiten seines Schreibens: die große, biografisch inspirierte Erzählform eines über Jahre gewachsenen Debüts – und kurze, alltagsnahe Geschichten, die wie kleine Wegmarken wirken können.

Wer sich schon jetzt näher mit den Projekten des ehemaligen Stadtschreibers beschäftigen möchte, kann Herrig zudem im aktuellen Podcast des NEXT-Magazins hören. Dort spricht er auch über seine Zeit in Gotha, das Schreiben und seine Bücher.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 2 (2026)

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