In der Gemeinde Bad Tabarz wurden der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer (CSU), und Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (Foto) empfangen.
Zum Auftakt des Besuchs am 18. Juli gab es Musik und Tanz. Zahlreiche Vertreter mehrerer Trachtenvereine aus dem Landkreis Gotha und dem Freistaat Thüringen kamen in der 4.000-Einwohner-Gemeinde zusammen. Ziel war es, dem Bundesminister die Traditionen und das Brauchtum näherzubringen. Im Anschluss wollten die Vereine mit den beiden Berufspolitikern ins Gespräch kommen.
„Die verschiedenen Formen von Trachten und Mundarten sind ein wichtiger Teil deutscher Heimatkultur. Solche Traditionen bilden das Fundament unserer Gesellschaft“, sagte Alois Rainer zur Begrüßung. Der CSU-Politiker nutzte die Gelegenheit, in Bad Tabarz zentrale Punkte seiner neuen „Heimat-Agenda“ vorzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen in den Kommunen: „Wir werden mehr rausgehen‘, in die ländlichen Regionen und mit den Menschen ins Gespräch kommen“, bekräftigte der Bundesminister. Er wolle einen Einblick in die Sorgen und Nöte vor Ort gewinnen. Immerhin sei es notwendig, das Handeln der Regierung an die konkreten Herausforderungen in den Kommunen anzupassen.
Auch Thüringens Wirtschaftsministerin Boos-John kann diesem Vorhaben etwas abgewinnen. Es sei notwendig, die Macher und Gestalter in den Dörfern zu finden und sie zu unterstützen. Sei es durch die Erleichterung ihrer ehrenamtlichen Arbeit oder durch eine bessere Einbindung in das Handeln der Regierung. „Die Menschen vor Ort leben die Traditionen ihrer Heimat. Diese Vielfalt, diese Individualität der Regionen müssen wir beibehalten“, so die Ministerin.
Erfreut über den Besuch war natürlich auch der Bad Tabarzer Bürgermeister David Ortmann. Er betonte den Wert des ortsansässigen Trachtenvereins. Dieser sei ein Dreh- und Angelpunkt in der Gemeinde, führte Ortmann an. Dank der Organisation verschiedener Veranstaltungen tragen die Mitglieder zu einer lebendigen Gemeinschaft bei, bewahren die Traditionen und repräsentieren die Ortschaft sogar auf Bundesebene.
Großes Interesse an den Vorschlägen des Bundesministers zeigte Gunter Dlabal. Der Vizepräsident des Deutschen Trachtenverbands ist überzeugt, dass der Heimatgedanke und die Heimatverbundenheit wieder stärker in den Fokus rücken wird. „Das Wort ‚Heimat‘ war lange Zeit verpönt. Es ist schön, dass wir diesem Gedanken endlich wieder die nötige Aufmerksamkeit schenken.“ Dabei soll das Begriff Heimat keine leere Wort sein. Der Begriff steht vielmehr für Ankerpunkte der Menschen. Mit Heimat verbänden sich Sicherheit und Geborgenheit, so der Vizepräsident.
Um auch künftig regionale Bräuche zu erhalten, investieren die Vereine und Verbände viel Zeit und Energie in die Nachwuchsarbeit. Einen spannenden Nebeneffekt könne dies erzeugen, findet Colette Boos-John: „In den Vereinen lernen die Jugendlichen viel über Partizipation und Verantwortung. Es freut mich, dass sich schon einige Jugendliche gegen das Verreisen entscheiden und stattdessen in ihren Gemeinden wirken wollen“, so die Thüringer Wirtschaftsministerin.
Nur kurz Zug kamen leider die Trachtenvereine aus Ernstroda und Ruhla sowie die Thüringer Trachtenjugend.
Colette Boos John resümierte: Trotzdem war der Besuch beider Minister aus deren Sicht ein Erfolg gewesen. „Es war ein toller Termin. Die Gespräche mit den Vereinsmitgliedern fand ich überaus bereichernd. Bereits hier zeigte sich die Vielfalt der Kultur in Thüringens ländlichen Regionen.“
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 7 (2026)





















