Mehr Sonnenenergie aus Nesse-Apfelstädt: Gemeinde und KomSolar Stiftung nahmen drei neue Photovoltaikanlagen in Betrieb

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Feuerwache Neudietendorf (Quelle: TEAG Solar)
Fliesenstudio Arnold

Drei Dächer öffentlicher Gebäude in der Landgemeinde Nesse-Apfelstädt tragen jetzt ganz neue Photovoltaikanlagen: Feuerwehrgebäude und Bahnhof in Neudietendorf, sowie die Kindertagesstätte in Gamstädt. Am 29. Juli 2026 gab es dazu eine Präsentationsveranstaltung auf dem Gelände der Feuerwehr Neudietendorf.

von Dirk Koch

Die neuen Anlagen besitzen insgesamt eine Leistung von 239,00 Kilowatt-Peak, kurz kWp. Die Abkürzung kWp steht dabei für die maximale Nennleistung von Photovoltaikanlagen. „In Zukunft werden hier in Nesse-Apfelstädt mit allen drei Anlagen 230.000 Kilowattstunden Solarstrom jährlich erzeugt, damit können rein rechnerisch 65 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt werden“, stellte Sebastian Baer von der KomSolar Stiftung dar, die die neuen Anlagen in den vergangenen Monaten realisiert hat. „Seit 2010 nutzt die KomSolar Stiftung der TEAG Thüringer Energie AG kommunale Dachflächen zur Energiegewinnung. Auf diese Weise werden die Kommunen finanziell an der Energiewende beteiligt, durch die jährliche Dachpacht und die Gewinnausschüttungen aus den EEG-Einnahmen.“ Der Strom fließt komplett ins öffentliche Netz, die Dachpacht ist für 20 Jahre sicher. Die KomSolar Stiftung plant und errichtet die Anlagen, übernimmt die Investitionskosten komplett und TEAG Solar kümmert sich um die Betriebsführung. Zahlreiche Städte und Gemeinden Thüringens nutzen dieses Angebot.

Am auffälligsten sticht die Anlage auf dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr in Neudietendorf ins Auge, die mit einer Leistung von 139,04 kWp zugleich die größte ist. „Hier haben wir gleich mehrere Probleme gleichzeitig lösen können“, so erläuterte stolz Nesse-Apfelstädts Bürgermeister Christian Jacob. „Die Dachsanierung des Feuerwehrgebäudes, in welchem sich auch der kommunale Bauhof befindet, konnte kostengünstig mit der KomSolar Stiftung gelöst werden. Darüber freuen wir uns besonders!“ Überhaupt war es so, dass sich Nesse-Apfelstädt bereits nach kurzen Überlegungen im Bereich Photovoltaik für eine Zusammenarbeit mit der KomSolar-Stiftung und regionalen Unternehmen entschieden hatte. So sind die Wege kurz, die Kontakte schnell geknüpft und die regionale Wertschöpfung kommt der Gemeinde und den Menschen vor Ort zugute. „Mit dem Dachdeckerbetrieb Jens Wessel aus Georgenthal, Göring Gerüstbau aus Gotha und Kruspe Blitzschutz, ebenfalls aus Gotha, konnten regionale Unternehmen Aufträge ausführen“, so Christian Jacob weiter. Tamás Pap von der Energietechnik Thüringen aus dem Erfurter Ortsteil Frienstedt war persönlich zugegen und sprach über die Installation der Anlagen, große Aufmerksamkeit der Beteiligten zogen die Einspeise- und Regeltechnik auf sich, die man normal in dieser Größenordnung sonst nicht zu sehen bekommt.

Patrick Halbreiter, seines Zeichens Account Manager von KomSolar gab gleich einen Einblick in die produzierte Strommenge, die ganz einfach per Notebook abzulesen ist. „An diesem sonnigen und warmen Vormittag liefert uns die Anlage hier auf der Feuerwehr bereits 73 KW, in einer Stunde sind 85 KW zu erwarten.“ Insgesamt war zu erfahren, dass die Leistung durchaus höher ist, wenn es nicht so extrem heiß wird. Gleichzeitig kam ein ganz praktisches Problem zur Sprache: Tauben oder andere Vögel werden unter dieser Photovoltaikanlage wohl nicht nisten oder Schutz suchen, denn dazu ist einfach der Abstand zur Dachhaut zu gering. Ein weiterer Vorteil für die Lebensdauer von Dach und Stromanlage.

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