Mainz (ots) – Die Prognose ist nicht zu gewagt: Es könnte ein Fest werden für die Generation 40plus. „Dallas“ kehrt zurück, die Mutter aller Seifenopern. Die Dialoge werden genauso hanebüchen sein wie vor 30 Jahren, es wird wieder gelogen, betrogen und bestochen werden, dass sich die Balken biegen.
Aber das ist egal, denn mit der Rückkehr der Serie werden viele Menschen noch einmal an etwas erinnert werden, was es eigentlich heute gar nicht mehr gibt: ein gemeinschaftliches Bildschirmerlebnis, von dem so gut wie alle am nächsten Morgen erzählen. Eine Form des Medienkonsums, wie sie in Zeiten von Facebook, YouTube und gefühlten 275 Digitalkanälen vor allem für Jüngere unvorstellbar ist. Den Wert vonSerien und dem Ritual, sie auf Bildschirmen anzuschauen, haben Psychologen und Kulturwissenschaftler hinlänglich beschrieben. Deswegen ist es müßig, sich über vermeintlich oder tatsächlich triviale Inhalte erheben zu wollen. Serien oder Reihen sind sozialer Klebstoff, und genau deswegen werden sie nicht aussterben. Auch aktuellen Formaten wie dem „Tatort“ oder dem „Dschungelcamp“ gelingt es – mit jeweils anderem Anspruch – durchaus noch, zumindest für regelmäßig wiederkehrende Gesprächsthemen zu sorgen, auch wenn die Quoten und damit die Wucht eine andere ist als seinerzeit beim ersten Ausflug auf die Southfork Ranch. Eine Wiederbelebung alter Serien ist also aus Sicht der Programmmacher nur konsequent. Ob der Sprung in die Gegenwart gelingt, entscheiden die Zuschauer. Der Grat zwischen Zeitgeist und Zahn der Zeit und damit zwischen Erfolg und Misserfolg ist sehr schmal: Einen weichgespülten J.R. will niemand sehen. Auf der anderen Seite mag man sich gar nicht vorstellen, was der grinsende Ölbaron der 80er etwa zur aktuellen Sexismus-Debatte beigetragen hätte …






















