Einen komprimierten und fundierten Überblick zur Wirtschaft und Beschäftigungslage im Landkreis Gotha bietet das erstmals aufgelegte Arbeitsmarktdossier, das die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha, Ina Benad, und Landrat Konrad Gießmann am heutigen Montag (25.2.2013) vorgestellt haben. Auf 36 Seiten gibt das Kompendium Auskunft über die bisherige wirtschaftliche Entwicklung und leitet daraus Handlungsfelder für die zukünftigen Tätigkeitsschwerpunkte ab.
„Die Agentur für Arbeit ist gesetzlich für die amtliche Arbeitsmarktstatistik zuständig. Die Datenflut, die statistisch auswertbar ist, ist kaum noch überschaubar. Aus diesem Grund haben wir für den Landkreis Gotha eine Zusammenfassung der wichtigsten Daten im Arbeitsmarktdossier vorgenommen. Es zeigt die wirtschaftliche Entwicklung ebenso wie die Lage auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt“, sagte Ina Benad bei der Präsentation.
„Die Arbeitsagentur wie auch die Kreisverwaltung arbeiten bereits heute in enger Abstimmung daran, die Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung und damit die Beschäftigungslage zu optimieren. Die größte Herausforderung ist der demografisch bedingte Fachkräftemangel, dem wir gemeinsam begegnen müssen“, so Landrat Konrad Gießmann. Gute Bedingungen in den berufsbildenden Schulen, aber auch der Erhalt von Fach- und Fachhochschule in Gotha seien dafür wichtige Kriterien, sagt Gießmann.
Das Arbeitsmarktdossier enthält Daten zu Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsprognosen, Wirtschaft und Beschäftigung, Pendlerströmen, Bildungsdaten und zur sozialen Lage. Das Dossier beinhaltet nicht nur Daten der Arbeitsmarktstatistik, sondern fasst die wichtigsten Datenquellen zusammen.
Charakteristisch für den Landkreis Gotha ist ein Branchenmix aus klein- und mittelständischen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Handels und Gastgewerbes, der Logistikbranche und des Baugewerbes. Die Unternehmen mit 1 bis unter 10 Beschäftigten bilden mit rund 77 Prozent (2.752 Unternehmen) die absolute Mehrheit, während Firmen mit mehr als 500 Mitarbeiter nur mit einem Anteil von 1,5 % (55 Unternehmen) vorhanden sind. Die Unternehmensstruktur und der Branchenmix im Zusammenhang mit den günstigen infrastrukturellen Voraussetzungen ermöglichen es, dass der Landkreis Gotha sich kontinuierlich zu einem prosperierenden Wirtschaftsstandort entwickelt hat. Auch beim Umsatz im verarbeitenden Gewerbe liegt der Landkreis Gotha auf einer der oberen Plätze in Thüringen. Das durchschnittliche Erwerbseinkommen im Kreis liegt mit 1.895 Euro brutto knapp unter dem Wert Thüringens (1.915 Euro brutto). Die Menschen pendeln stärker aus dem Landkreis aus als ein, um einer Beschäftigung nachzugehen. Den rund 18.600 Auspendlern stehen lediglich rund 10.820 Einpendler gegenüber.
Im Fazit des Arbeitsmarktdossiers werden regionale Schwerpunkte herausgestellt und Handlungsfelder für die künftige Arbeit aufgezeigt. So geht es insbesondere darum, für die Zukunft Fachkräfte zu sichern. Dabei kommt den Schwerpunkten Nachwuchsgewinnung, Ausbildung und Qualifizierung neben der Erhöhung der Erwerbsbeteiligung Älterer und Frauen besondere Bedeutung zu.
Die Aktivitäten der Agentur für Arbeit und des Jobcenters, aber auch die Beiträge der jeweiligen Netzwerkpartner stellt das Arbeitsmarktdossier zusammen. „In diesen Bereichen wollen wir in den kommenden Jahren konkrete Ziele und Meilensteine mit allen Netzwerkpartnern vereinbaren. Nur so wird es uns gelingen, den Fachkräftebedarf der Zukunft im Landkreis zu decken“, betonte Ina Benad.
Download des Dossiers: www.kreis-gth.de





















