Sonne, Wolken und Perücken – Fest sprühte vor Lebensfreude

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Fliesenstudio Arnold

Jahr für Jahr fiebern Freunde der barocken Lebensfreude und der barocken Kostüme dem Barockfest Gotha entgegen, dessen 13. Auflage nun zu Ende ging. Längst ist das Fest kein Geheimtipp mehr. Alles was in der „Barockszene“ Rang und Namen hat findet sich am letzten Augustwochenende auf Schloss Friedenstein in Gotha ein, für viele ist es unbestritten der Höhepunkt des Jahres.

Nirgendwo sonst haben die aus dem gesamten deutschsprachigen Raum anreisenden Akteure die Möglichkeit, ihr „anderes Ich“ so vielfältig einzubringen. Kutschfahrten, Audienzen, Rundgänge, Tänze, Konzerte und höfisches Zeremoniell erfüllen den authentischen Rahmen des Schlosshofes mit barockem Leben, aber auch die Innenräume des Schlosses mit ihrer originalen barocken Einrichtung stehen den Akteuren offen, weshalb auch dieses Jahr wieder viele Hundert Barock-Enthusiasten zusammenkamen (erstmals wurden an die 600 Robenträger gezählt).

Für die Besucher ergibt sich durch das bunte Treiben die Möglichkeit, sich ganz und gar in ein anderes Zeitalter zu versetzen und eine vergangene Zeit zu verstehen. Wer wollte, konnte auch selbst in ein Kostüm schlüpfen, sich fotografieren lassen oder aber selbst zum Akteur am Hof Friedrichs III. von Sachsen-Gotha-Altenburg werden. Unter dem Thema Liebespaare, das dem barocken Zeitalter auf den oft umfänglichen Leib geschneidert ist, spielten sich allerhand Herzensbegegnungen und Intrigen ab, die der außen stehende Betrachter vielleicht nur erahnen konnte.

Auch 2013 gab es wieder ein reiches Programm, das es den zahlreichen begeisterten Besuchern schwer machte, sich zwischen dem Markt auf dem Schlosshof oder einer Veranstaltung in den Schlossräumen zu entscheiden. Schlossführungen wurden halbstündig angeboten, um dem Besucherandrang gerecht zu werden. Ein besonderes Erlebnis auch dieses Barockfestes war das historische Biwak auf den Grünflächen vor dem Schloss, das nicht nur als Kulisse diente, sondern wirklich von einigen Aktiven zur Übernachtung genutzt wurde.

Auch der Sonntag, der traditionell mit dem Gottesdienst in Anwesenheit des Herzogs und seines Hofstaates in der Schlosskirche begann, bescherte Schloss Friedenstein dann noch einmal ein buntes Treiben. Die Gäste erfreuten sich an den Handwerkerständen, dem kulinarischen Angebot, den musikalischen Darbietungen und Schlossführungen oder sie begleiteten ihre Kinder oder Enkel zu museumspädagogischen Veranstaltungen, lauschten dem Konzert der Thüringen Philharmonie Gotha und staunten über das fulminante Feuerwerk.

Unter der strahlenden barocken Sonne am Samstag, über die der Sonntag dann einige verspielte Wolken zog, kamen in diesem Jahr an den zwei ereignisreichen Tagen insgesamt 5.890 Barock-Enthusiasten und Schaulustige auf dem Friedenstein zusammen. Im letzten Jahr waren es 5.778 Besucher. Die Veranstalter sind mit diesem Ergebnis hochzufrieden.

Beim Abschluss des Festes wurde Marco Karthe, Referent für Presse und Veranstaltungen der Stiftung, der auch dieses Barockfest mustergültig organisiert hat von Friedrich III. höchstpersönlich ausgezeichnet. In seiner barocken Rolle als Hans Adam von Studnitz wurde er vom Hofmarschall zum Oberhofmarschall befördert.

Mit ihm freuten sich die zahlreichen Hofbediensteten und Gäste, die sich auch in diesem Jahr mit dem Versprechen verabschiedeten, im nächsten Jahr wiederzukommen, wenn es am letzten Augustwochenende wieder heißen wird: „Vive la joie – Es lebe die Freude!“ Getreu dem Jahresthema der Stiftung 2014 „Gotha und der Ferne Osten“ wird dann wohl Besuch aus dem Reich der Mitte zu erwarten sein.

Dr. Roland Krischke
Direktor Kommunikation und Bildung

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