Torsten Köhler-Hohlfeld (Kreisvorsitzender der FDP Gotha)

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Fliesenstudio Arnold

Wie stehen Sie, als Kreisvorsitzender der FDP Gotha, zu diesem Projekt? 

Nach den bisher bekannten Planungsunterlagen und nach intensiven Recherchen in Zusammenarbeit mit mehreren Landesfachausschüssen der FDP Thüringen, ist das geplante Pumpspeicherwerk an diesem Standort, aus wirtschafts- u. umweltpolitischer Sicht entbehrlich. Hier sollte man nicht nur die Größe der Investition sehen, sondern vor allem den Nutzen für die Menschen sowie den massiven Eingriff in die Natur und die daraus resultierenden Folgen für die Region betrachten. Bei einem mittlerweile wage prognostizierten Fertigstellungstermins 2025, werden wir in der technischen Entwicklung längst soweit sein Alternativen zu einem PSW darzustellen. Ich stehe ich diesem Projekt skeptisch gegenüber!

Nachfolgende Punkte sind zur weiteren Betrachtung unentbehrlich.

1. Die Forderung nach einer Prüfung ALLER möglichen Standorte mit und ohne Schmalwasser auf Umweltverträglichkeit der Planung

2. Die Forderung nach Erdverkabelung

3. Größtmöglicher Schutz der Anwohner durch Umgehungs(bau)straßen usw.

 

Warum stehen Sie dem Projekt positiv (oder negativ) gegenüber? 

Der Nutzen eines Pumpspeicherwerkes, das frühestens in 10 oder 12 Jahren in Betrieb gehen kann ist fraglich, schließlich steht die technische Entwicklung zur Speicherung elektrischer Energie nicht still. Schon heute gibt es andere großtechnische und erprobte Verfahren z.B. über Speicherung durch Pressluft in unterirdischen Kavernen auch in Deutschland. Hinzu kommen Neuentwicklungen wie transportable Containerbatterien usw.

Neben den jahrelangen Belastungen durch die gewaltigen Baumaßnahmen für die Anwohner in Tambach-Dietharz und Georgental gehen mit Schmalwasser und der alten Gothaer Talsperre zwei Trinkwassertalsperren sowie eines der größten Trinkwassereinzugsgebiete samt den natürlichen Quellen für die Menschen der Region und die Fernwasserbezieher im Freistaat endgültig verloren.

Das heute mit Schmalwasser verschenkte Trinkwasser wird uns morgen bei der Klimaerwärmung und der weiteren Wirtschaftsentwicklung der Kreise Gotha, Eisenach, Schmalkalden, Suhl und dem Wartburgkreis fehlen. Dies würde dann eine erhebliche Preiserhöhung für Trinkwasser zur Folge haben die in keinem Verhältnis zu den Vorhaltekosten der derzeit nicht genutzten Talsperre Schmalwasser stehen.

Wer denkt an den Tourismus in der Region, ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor! Wer würde tatsächlich Urlaub machen wollen in einer Region wo über Jahre hinweg ein Pumpspeicherwerk gebaut wird? Das ist für mich aktive und reale Wirtschaftspolitik im Sinne der Bewohner und Gewerbetreibenden der Region die in den vergangenen Jahren sehr viel Geld, Mut und Verantwortung in die Hand genommen haben um als Tourismus Partner attraktiv zu sein und zu bleiben. Das verlockende Versprechen reicher Gewerbesteuereinnahmen könnte sich, wie im Fall der Gemeinde Goldistal, als falsch erweisen. Die Gemeinde Goldistal beispielsweise hat wegen der ausbleibenden Gewerbesteuern des Pumpspeicherwerkes inzwischen große finanzielle Problme.

Neben der Gemeinde Georgental, die sich mehrheitlich im Gemeinderat gegen das Pumpspeicherwerk ausgesprochen hat, erhebt sich auch in anderen Gemeinden z.B. gegen die geplante Starkstromtrasse bereits heute berechtigt massiver Wiederstand , wer möchte schon eine solche Leitung vor der Haustür haben, wenn überhaupt doch nur dann wenn die Notwendigkeit erkennbar ist und das ist sie an der Stelle nicht!

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