Der Naturschutzbund (NABU) lädt am kommenden Wochenende zum EuroBirdwatch ein. Bundesweit finden zahlreiche Veranstaltungen zur gemeinsamen Vogelbobachtung statt. In Thüringen gibt es Exkursionen in Remptendorf, Straußfurt und Ilmenau. Der NABU nimmt die Aktion zum Anlass, um auf die Notwendigkeit für den Schutz von Zugvögeln aufmerksam zu machen.
Nun sind sie wieder am Himmel zu sehen: Kraniche, Wildgänse, Buchfinken und Rauchschwalben auf dem Weg in ihre Winterquartiere. Der NABU lädt daher zur gemeinsamen Vogelbeobachtung ein. Im Rahmen des EuroBirdwatch 2013 bieten der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) am Wochenende des 5. und 6. Oktober bundesweit zahlreiche fachkundig geleitete Exkursionen zum Höhepunkt des sichtbaren Vogelzuges über Deutschland an. Mit den Vogelkundlern des NABU können Sie rastende Zugvogeltrupps entdecken oder erfahren, wie man ziehende Vögel in einem Schwarm identifizieren kann.
Wer dieses faszinierende Schauspiel auch in Thüringen miterleben möchte, den lädt der NABU Thüringen dazu ein sich einer Exkursion des NABU anzuschließen. Veranstaltungen finden an dem Aktionswochenende am Samstag und Sonntag, den 05. und 06.10.2013, jeweils von 6:30 Uhr bis 11:00 Uhr bei Remptendorf statt. Treffpunkt ist der Friesauer Hügel an der Verbindungsstraße zwischen Remptendorf und Friesau. Alle die Lust auf Birdwatch am Rückhaltebecken in Straußfurt haben, die können am Samstag von 8:30 Uhr bis 16:00 Uhr die dort durchziehende Vögel beobachten. Dabei sind je nach Witterung unterschiedlichste Arten, wie Großer Brachvogel, Alpenstrandläufer, Fischadler und Nilgans, zu erwarten. Vogelbeobachtung für Groß und Klein gibt es in Ilmenau ebenfalls am Samstag von 10:00 Uhr bis 15:00 im Rahmen des Ilmenauer Fischerfestes am Großen Teich.
Der NABU sammelt die Daten zu den beobachteten Arten und vergleicht sie mit den Zahlen aus den anderen Ländern Europas, in denen zeitgleich Birdwatch-Aktionen von Naturschutzverbänden stattfinden, die zum Netzwerk von BirdLife International gehören. Im vergangenen Jahr wurden 234 Vogelarten allein in Deutschland beobachtet, ein Rekord in bisher 20 Jahren Birdwatch-Geschichte. „Beim Birdwatch geht es jedoch nicht darum, als Beobachter Höchstleistungen zu vollbringen, oder darum, welche Vogelart am Ende am häufigsten gemeldet wird“, sagt NABU-Vogelexperte Lars Lachmann. „Im Vordergrund stehen die Freude an der Naturbeobachtung, das Staunen über die Vielfalt unserer Zugvögel und das Kennenlernen der verschiedenen Arten und Lebensräume“, so Lachmann.
Der NABU nimmt die Aktion aber auch zum Anlass, um auf die Notwendigkeit für den Schutz von Zugvögeln aufmerksam zu machen. Auf ihrem Weg in den Süden rauschen viele der Tiere in die größte Vogelfanganlage der Welt: 140 Millionen Zugvögel und damit fast jeder Siebzehnte europäische Zugvogel enden jeden Herbst in den Fangnetzen ägyptischer Vogeljäger. Die Netze versperren auf einer Strecke von über 700 Kilometern Zugvögeln ihren Weg in die Überwinterungsgebiete. Seit April engagiert sich der NABU mit einer Kampagne gegen den zunehmenden Zugvogelmord in Ägypten. Ziel ist es, auf das drastische Ausmaß des kommerziellen Vogelfangs aufmerksam zu machen und Naturschützer vor Ort in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Aber auch im europäischen Malta, seit vielen Jahren Brennpunkt im Kampf gegen den Mord an Zugvögeln, wird die Situation für die gefiederten Wanderer schlechter. „Die im Frühjahr neu gewählte Regierung Maltas löst derzeit ihre Wahlversprechen an die Jäger ein und hebt wichtige Jagdbeschränkungen wieder auf“, sagt Lars Lachmann, NABU-Vogelexperte. Dies öffne der unkontrollierbaren Wilderei Tür und Tor und habe dramatische Folgen für Arten wie Wespenbussard oder Fischadler, die in Deutschland mit großem Aufwand geschützt werden.
Um den spektakulären Vogelzug weiterhin erleben zu können, fordert der NABU einen besseren Schutz der Zugvögel. Weitere Informationen zu Birdwatch und den Terminen finden Sie unter www.NABU-Thueringen.de






















