Winter lässt Arbeitslosigkeit ansteigen

0
1315
Fliesenstudio Arnold

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt gleicht dem Wetterbericht. So sorgten die recht milden Temperaturen im Januar dafür, dass die Zahl der Arbeitslosen saisonal üblich aber nicht extrem gestiegen ist.

Zum Jahresende liefen zahlreiche befristete Beschäftigungsverhältnisse aus, das Weihnachtsgeschäft ist vorbei und im Baubereich werden Mitarbeiter witte-rungsbedingt freigesetzt. Den größten Zustrom an Kunden verzeichnete im Januar die Arbeitslosenversicherung. Hier registrierten wir einen Anstieg der Arbeitslosen um ein Drittel. Wann Unternehmen, insbesondere im Baubereich, die entlassenen Mitarbeiter wiedereinstellen werden, ist abhängig von der Witterung“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung
Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Agentur für Arbeit Gotha saisonüblich um 1.425 Personen an. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosenzahl um rund 425. Die Arbeitslosenquote lag mit 9,7 Prozent unter der 10 Prozentmarke. Ein wesentlicher Grund ist der bislang sehr milde Winter.

Von der Arbeitslosigkeit waren Männer stärker betroffen als Frauen. So erhöhte sich die Zahl der arbeitslosen Männer um 1.100, während 325 Frauen mehr arbeitslos waren als im Vormonat. Dies ist ebenfalls auf saisonale Einflüsse zurückzuführen. So sind im Baubereich und den witterungsabhängigen Branchen üblicherweise mehr Männer als Frauen beschäftigt.

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt
Der Arbeitsmarkt zeichnet sich nach wie vor durch eine hohe Dynamik aus. So änderte sich im Januar für 45 Prozent der Arbeitslosen ihr Status.
3.600 Menschen meldeten sich im Januar arbeitslos, darunter 2.100 aus einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Das entspricht annähernd den Werten des Vorjahres. Die meisten Entlassungen gab es im Baugewerbe (500) und in der Zeitarbeit (300).

Im vergangenen Monat beendeten 2.175 Personen die Arbeitslosigkeit. Von ihnen fanden 600 eine neue Beschäftigung. Beide Werte liegen auf dem Niveau des Vorjahresmonats.

Unterbeschäftigung
Der Blick auf die Unterbeschäftigung bietet einen umfassenderen Eindruck von der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Neben Arbeitslosen werden hier auch Teilnehmer in Maßnahmen, Wei-terbildungen, Vorruhestandsregelungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Januar bei 15.075, das waren 1.275 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 11,3 Prozent einen Prozentpunkt unter dem Wert des Vorjahres.

Langzeitarbeitslosigkeit
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen lag auf dem Niveau des Vorjahresmonats. 4.575 Männer und Frauen im Agenturbezirk Gotha waren länger als ein Jahr arbeitslos. Fast 90 Prozent werden von den Jobcentern betreut.

Entwicklungen in der Grundsicherung (Hartz IV)
Im Januar wurden 65 Prozent der Arbeitslosen von den beiden Jobcentern im Agenturbezirk Gotha betreut. Dies waren 8.250 Arbeitslose. Gegenüber dem Vorjahr sank diese Anzahl um 4 Prozent.
Im letzten Monat erhielten rund 21.450 Menschen in 11.925 Bedarfsgemeinschaften Ar-beitslosengeld II. Damit waren 1.650 Personen weniger auf Grundsicherung angewiesen als vor einem Jahr.

Bestand in der Arbeitslosenversicherung steigt an
Die Zahl der Arbeitslosen, die Arbeitslosengeld aus der Arbeitslosenversicherung erhalten, ist im Januar deutlich angestiegen. So erhielten 4.125 Personen im Januar Arbeitslosengeld, rund 1.000 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr sank jedoch diese Zahl um fast 10 Prozent. „Menschen, die sich aus einer Beschäftigung heraus  arbeitslos melden, haben in der Regel Anspruch auf Arbeitslosengeld. Saisonal bedingt steigt damit die Zahl derer, die Arbeitslosengeld erhalten, in den Wintermonaten an. Mit dem Frühjahr werden aber viele wieder in die Unternehmen zurückkehren und damit die Zahl der Arbeitslosen sinken“, sagte Ina Benad.

Arbeitskräftenachfrage
450 neue Stellen meldeten öffentliche und private Unternehmen der Agentur für Arbeit Gotha im laufenden Monat, 60 mehr als im Vorjahr. Damit stieg der Bestand an offenen Stellen auf 1.250 an, 38 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die meisten Stellen sind sv-pflichtige Jobangebote (93 Prozent). Gesucht werden fast aus-schließlich gelernte Fachkräfte. Die meisten Jobangebote gab es in der Zeitarbeit (382), im verarbeitenden Gewerbe (167), im Handel (123), im Gesundheits- und Sozialwesen (116), im Gastgewerbe (91) sowie im Bereich Verkehr/Logistik (70).
„Es fällt uns in einigen Branchen zunehmend schwerer, die geeigneten Fachkräfte zu fin-den. So dauert das Besetzungsverfahren im Durchschnitt einen Monat länger als im Vorjahr und der Bestand an offenen Stellen erhöht sich. Wo wir keine Fachkräfte finden, werben wir bei den Unternehmen für betriebliche Aus- und Fortbildung und betriebliche Umschulungen. Diese Qualifizierungen können die Agentur für Arbeit und die Jobcenter finanziell unterstützen, um auch künftig den Fachkräftebedarf der Region decken zu können“, sagte Ina Be-nad.

Regionale Unterschiede
Mit 8,3 Prozent lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Gotha unter dem Thüringer Durch-schnitt (8,9 Prozent): Dagegen war die Arbeitslosenquote im Unstrut-Hainich-Kreis mit 11,5 Prozent über dem Thüringer Mittelwert.

Im Landkreis Gotha waren im 6.175 Personen arbeitslos gemeldet, 700 mehr als im Vormonat, aber 250 weniger als im Vorjahr. Letzten Monat meldeten sich 1.800 Menschen ar-beitslos, während 1.100 die Arbeitslosigkeit beendeten.

Die Unternehmen meldeten 290 neue Stellen zur Besetzung. Insgesamt lagen im Landkreis Gotha 825 Arbeitsstellen zur Besetzung vor, 270 mehr als im Vorjahresmonat. Die meisten Jobs gab es in der Zeitarbeit, dem verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe, im Handel, im Bereich Verkehr/Logistik, sowie im Baugewerbe.

Im Unstrut-Hainich-Kreis stieg die Arbeitslosenquote auf 11,5 Prozent an und lag damit unter dem Wert des Vorjahres (12,5 Prozent). 6.550 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet, 700 mehr als im Vormonat, aber 550 weniger als im Vorjahr.  Im vergangenen Monat meldeten sich 1.800 Menschen arbeitslos, 1.075 beendeten ihre Arbeitslosigkeit.

Im Januar meldeten die Unternehmen 175 neue Stellen. Insgesamt lagen damit 435 Jobs zur Besetzung vor, 75 mehr als im Vorjahr. Die meisten Stellenangebote gibt es in der Zeitarbeit, im verarbeitenden Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel.