Gothaer Stadrat geht einen Schritt zur Residenstadtgalerie

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Das geplante Einkaufszentrum “Residenzstadtgalerie” in Gotha hat eine Hürde genommen: Der Stadtrat verabschiedete am Mittwoch einen “Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan” mehrheitlich mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP. Damit können sich Bürger jetzt an der Diskussion beteiligen.

Gotha. Der Beschluss sei nicht mit einer Baugenehmigung für ein großes Einkaufszentrum gleichzusetzen, betonte Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD). Der beabsichtigte Bau einer “Residenzstadtgalerie”, die auf der Fläche des jetzigen Rewe-Marktes an der Gartenstraße entstehen soll, ist umstritten, vor allem wegen deren Größe. Das vom Büro “Stadt + Handel” vorgelegte Konzept empfehle eine maximale Verkaufsfläche von 11.000 Quadratmeter, sagt Bernd Fundheller (Linke).

Alles was größer ist, führe zu einer Verlagerung von Geschäften aus der Innenstadt. Fundheller: “Gotha ist eine Residenzstadt mit einer kleingliedrigen Ladenstruktur.” Welche Auswirkungen ein Einkaufstempel an der Gartenstraße habe, vermöge niemand zu sagen. Ähnlich skeptisch wie die Linke stehen auch die Freien Wähler dem Vorhaben gegenüber. Sie hätten sich ein alternatives Handelskonzept zur Residenzstadtgalerie gewünscht, das leerstehende Gebäude wie das ehemalige Finanzamt, freie Flächen in der Gerbergasse sowie weitere ungenutzte Objekte für Märkte berücksichtigt. Das fand keine Mehrheit.

Diese Flächen in der Innenstadt seien in das Zentrenkonzept für den Einzelhandel einbezogen, das von “Stadt + Handel” aktualisiert und fortgeschrieben wurde, sagte Kreuch mit Verweis auf das 134-seitige Papier. Es zeige Angebote und Defizite auf. Kreuch betonte: Die Stadt wolle eine Stärkung der Innenstadt und eine ausgewogene Entwicklung der Randzonen erreichen. Dies beziehe Nahversorgungszentren wie Coburger Platz, Schneyer-Straße, Schlosspark-Center und Städtische Höfe ein. Bestandteil des Konzeptes ist auch die Fläche nördlich der Gartenstraße.

Das Konzept beschäftigt noch einmal den Bauausschuss. Weil es erst seit kurzer Zeit vorliege, müsse es noch einmal gründlich gelesen werden, fand Bärbel Schreyer (FWG). Dem folgte eine Mehrheit. Unterdessen kann die Planung für das Gelände Gartenstraße/Moßlerstraße anlaufen. Das sei nötig, sagte Kreuch. Ein weiterer Plattenbau soll abgerissen werden, der Rewe-Markt will sich verändern, Parkmöglichkeiten fehlen. Die CDU wünscht sich dort auch einen Sportplatz. Es ziele nicht alles auf ein neues Einkaufszentrum, betonte Kerstin Götze-Eismann (CDU). Mit dem Aufstellungsbeschluss werde auch die Bürgerbeteiligung eingeleitet. Bislang war das Vorhaben in Ausschüssen und mit Innenstadthändlern diskutiert worden.

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