Guten Tag, liebe Leser!
Wissen sie eigentlich, was sie heute vor genau 23 Jahren getan haben? Vermutlich würden die meisten von uns spontan den Kopf schütteln. Aber der 10. September 1989 war ein wegweisendes Datum:
Punkt Mitternacht, vom 10. auf den 11. September 1989, öffneten sich die Schlagbäume an der ungarisch-österreichischen Grenze. Tausende DDR-Bürger verließen die „Zone“ in Richtung Wien, nachdem der ungarische Außenminister Gyula Horn im Fernsehen trotz heftiger Proteste aus Ost-Berlin, Tschechien und Rumänien die Grenzöffnung verkündete.
Bereits im April zuvor begann die Demontage der Grenzanlagen. Ab Juli suchten tausende ausreisewillige DDR-Bürger Zuflucht in den bundesdeutschen Vertretungen von Budapest, Prag, Warschau und Ost-Berlin.
In dem Sommer wurde ich gerade einmal 14 Jahre, aber ich erinnere mich zu gut an diese Zeit und noch heute verursachen Bilder vom Herbst 1989 eine Gänsehaut bei mir. Damals war es mutig, auf die Straße zu gehen und seine Meinung zu äußern. Wir wollten in ferne Länder reisen, selber über unser Leben und unsere Zukunft bestimmen. Wir wollten endlich das Volk sein und nun sind wir es:
Wir sind das Volk!
Was haben wir davon? Wissen wir diese Freiheit heute noch zu schätzen? Nutzen wir diese Freiheit? Lehnen wir uns noch öffentlich auf gegen die Ungerechtigkeit dieser Welt? Ist es nur mutig, mutig zu sein, wenn Mut bestraft wird? Oder resignieren wir einfach nur, gehen nicht wählen und verlieren den Blick für die kleinen Heldentaten des Alltags?
Vielleicht ist heute ein guter Tag, um darüber nachzudenken, was wir einmal wollten, was unsere Ziele waren. Der Abend ist noch lang!
Mit Sonne im Herzen grüßt sie aus der Redaktion der Gothaer Internetzeitung
Livia Zimmermann






















