Jena besonders betroffen

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Bereits 220 Windpocken-Erkrankungen wurden seit Jahres-beginn in Thüringen gemeldet. Damit ist bereits jetzt die Hälfte der 2014 gemelde-ten Erkrankungen erreicht. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Thüringen mit und beruft sich auf aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts (RKI). 

2013 erkrankten 282 Thüringer an Windpocken, vergangenes Jahr 447. Die aktu-elle Tendenz spricht dafür, dass die Zahlen 2015 noch höher werden.

Wie im vergangenen Jahr sind die Jenaer besonders betroffen. 115-mal wurden hier Windpocken bis zur 16. Kalenderwoche 2015 gemeldet. Im gesamten Jahr 2014 waren es 183 Fälle.

„Im Schatten der viel beachteten Masernfälle in Thüringen wird anderen vermeid-baren Krankheiten weniger Beachtung geschenkt“, sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. „Die steigenden Windpockenfälle sind allerdings ein deutliches Zeichen, dass wir auch hier versuchen sollten, die Impfquoten wieder zu erhöhen.“

Impfzahlen bei Windpocken 2014 zurückgegangen 

Während die Zahl der Neuerkrankungen steigt, sind die Impfzahlen 2014 rückläufig.

15.205-Mal wurde die Impfung gegen Varizellen, dem für Windpocken verant-wortlichen Erreger, für Kinder über gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) ab-gerechnet. Das sind 500 weniger als im Vorjahr.

Noch deutlicher ist der Rückgang bei der Vierfach-Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (MMRV). Sie wurde 1.100-mal weniger als 2013 abgerechnet – trotz steigender Geburtenrate in Thüringen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI empfiehlt zwei Grundimmunisie-rungen im Alter von elf bis 23 Monaten. Es sollte mindestens ein Abstand von vier bis sechs Wochen dazwischen liegen. Der Impfstoff kann einzeln oder in Kombination mit Masern, Mumps und Röteln verabreicht werden.

Varizellen besonders für Erwachsene gefährlich 

In Thüringen waren rund sieben Prozent der 2014 und 2015 Erkrankten 20 Jahre und älter.

Die Immunisierung ist für Erwachsene besonders wichtig, da neben den üblichen erkältungsähnlichen Beschwerden und den Bläschen auf der Haut bei ihnen ein höheres Risiko für Komplikationen besteht. Bei etwa jedem fünften Erwachsenen mit einer Varizellen-Infektion verkompliziert zum Beispiel eine Lungenentzündung den Krankheitsverlauf.

Zudem können Varizellen-Viren lange im menschlichen Organismus ausharren. Kommt es zur Reaktivierung des Erregers, kann eine Gürtelrose (Herpes Zoster) entstehen. Diese verursacht Schmerzen an den angegriffenen Nervenbahnen und brennende Bläschen an dieser Stelle. Am häufigsten gibt es diesen Krankheitsverlauf nach dem 45. Lebensjahr.

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