Amsel, Drossel, Fink und Star…

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„Amsel, Drossel, Fink und Star…“, so heißt es im bekannten Kinderlied von Hoffmann von Fallersleben. Der Dichter versucht in seinem Lied unter anderem die Vielfältigkeit des Vogelgesangs darzustellen. Ob es in Thüringens Gärten noch ausreichend zwitschert, dass versucht der Naturschutzbund (NABU) Thüringen mit seiner alljährlich stattfindenden „Stunde der Gartenvögel“ herauszufinden.

Über 2.700 Thüringer Bürgerinnen und Bürger haben in diesem Jahr bei der großen Vogelinventur vom 11. bis 13. Mai 2012 mitgeholfen, Gartenvögel zu zählen. Der NABU Thüringen hat nun die Ergebnisse bekannt gegeben. Demnach konnte der Haussperling seine Spitzenposition mit 10.117 Sichtungen behaupten. Amsel (5.772) und Kohlmeise (5.400) belegen die Plätze 2 und 3. Der Star hat somit seinen 3. Platz vom letzten Jahr verloren und ist auf den fünften Rang gefallen. Den 4. Platz hat sich die Blaumeise ergattert und dabei die Mehlschwalbe auf die achte Position verdrängt.

Im Abwind befindet sich auch die Rauchschwalbe. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Frühlingsbote um fast ein Drittel weniger gemeldet worden. Dieser Trend setzt sich auch bundesweit fort. Hier lag sie ein Fünftel unter ihrem Bestand aus dem vergangenen Jahr. Gründe können Störungen in den afrikanischen Winterquartieren, schlechtes Wetter auf dem Zugweg oder auch der anhaltende Mangel an Brutmöglichkeiten sein. Auf Grund des Abwärtstrend bei den Schwalben hat der NABU Thüringen ein Projekt zum Schwalbenschutz gestartet. Den intensive Landwirtschaft, Versiegelung der Landschaft, schwalbenunfreundliche Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden und Beseitigung von Nestern machen ihnen das Leben zusätzlich schwer. Mangel an geeigneten Nestbaumaterial, fehlende Nistplätze und unzureichendes Nahrungsangebot sind die Folgen. Mit dem Projekt „Schwalben willkommen!“ möchte der NABU Thüringen Menschen für die Belange der Schwalben sensibilisieren. Durch die Verleihung einer Plakette für schwalbenfreundliche Häuser will der NABU Schwalbenfreunden dafür danken, dass sie sich für den Schwalbenschutz einsetzen.

Insgesamt machen die zehn häufigsten Arten in Deutschlands Gärten etwa zwei Drittel der gesamten Vogelschar aus. Bemerkenswert ist dabei ihre regionale Verteilung. So nimmt der Star, ebenso wie die Nachtigall, von West nach Ost zu, während die Heckenbraunelle und die Dohle – der „Vogel des Jahres 2012 – ausgesprochene „Wessis“ sind. Die Ringeltaube wiederum ist im Norden und Westen besonders häufig anzutreffen, während sie nach Süden hin abnimmt und sich im Schwarzwald ebenso wie im Voralpenland sogar ausgesprochen rarmacht.

Der NABU und der Mitveranstalter Landesbund für Vogelschutz lobten das Engagement der vielen tausend Vogelfreunde, die sich eine Stunde Zeit genommen hatten und mit großer Sorgfalt ihre Beobachtungen aus Dörfern und Städten festhielten und den Umweltverbänden meldeten. Bundesweit haben sich in diesem Jahr rund 40.000 Menschen an der „Stunde der Gartenvögel“ beteiligt. Vorbild ist der britische „Big Garden Birdwatch“, der nach mehr als 30 Jahren über Veränderungen häufiger Vogelarten recht genau Auskunft geben kann.

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