Arbeitslosigkeit saisonal gestiegen

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„Mit Beginn der Ferienzeit sind die Zugänge an Arbeitslosen wieder angestiegen. Den Schwerpunkt bildeten Zugänge aus Erwerbstätigkeit und Jugendliche, deren Ausbildung endete. Gleichzeitig haben auch 2.316 Personen Ihre Arbeitslosigkeit beenden können. Jedoch beobachten wir auch einen Rückgang der neu gemeldeten und des Bestandes an Stellen gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Unternehmen nach der Sommerpause verstärkt neue Mitarbeiter einstellen. Grundsätzlich ist der Arbeitsmarkt in einem stabilen Zustand, zeigt auch viel Dynamik. Es gehen mehr Menschen aus Erwerbstätigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung zu. Es werden aber auch weniger eingestellt als in den Vorjahren“, so Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

 

Arbeitslosigkeit

Im Juli waren 10.442 Menschen arbeitslos gemeldet, 162 mehr als im Juni und 340 weniger als im vergangenen Jahr. Die Arbeitslosenquote lag mit 8,0 Prozent unter dem Vorjahr (8,2 Prozent).

„Den stärksten Anstieg verzeichneten wir bei den Jugendlichen unter 25 Jahren. In dieser Altersgruppe meldeten sich 841 Personen, 162 bzw. 23,9 Prozent mehr als im Vormonat. Dieser saisonale Anstieg ist mit dem Ende vieler Ausbildungsverhältnisse und dem Auslaufen befristeter Jobs zu erklären“, so Ina Benad weiter.

 

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich nach wie vor viel Bewegung. So änderte sich im Juli für fast jeden zweiten Arbeitslosen der Status.

Im Juli beendeten 2.316 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Von ihnen mündeten 848 Personen in eine Erwerbstätigkeit ein.

Seit Jahresbeginn konnten 18.496 Personen Ihre Arbeitslosigkeit beenden, 817 weniger als im Vorjahreszeitraum.

2.491 Menschen meldeten sich im Juli neu oder erneut arbeitslos, darunter 887 aus einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt.

In den ersten sieben Monaten meldeten sich genauso viele Menschen arbeitslos (18.496), wie ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren das 285 weniger.

 

 

Unterbeschäftigung

Der Blick auf die Unterbeschäftigung bietet einen umfassenderen Eindruck der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Neben Arbeitslosen werden hier auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen, Vorruhestandsregelungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Juli bei 12.563, das waren 793 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 9,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahres (10,0 Prozent).

 

Langzeitarbeitslosigkeit

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist gesunken. 3.917 Männer und Frauen im Agenturbezirk Gotha waren länger als ein Jahr arbeitslos. Das sind 19 weniger als im Vormonat und 499 weniger als im Juli 2014. 87 Prozent werden davon in den Jobcentern betreut. Auch der Anteil an allen Arbeitslosen konnte von 40,9 Prozent im Vorjahresmonat auf 37,5 Prozent im Juli 2015 gesenkt werden.

 

Entwicklungen in der Grundsicherung (Hartz IV)

Im Juli wurden 70 Prozent der Arbeitslosen von den beiden Jobcentern im Agenturbezirk Gotha betreut. Dies waren 7.324 Arbeitslose. Gegenüber dem Vorjahr sank die Anzahl um
3,0 Prozent.

Im Juli erhielten rund 20.000 Menschen in 11.083 Bedarfsgemeinschaften Arbeitslosen-
geld II. Damit waren 1.112 Personen weniger auf Grundsicherung angewiesen als vor einem Jahr.

 

Bestand in der Arbeitslosenversicherung steigt saisonal

Die Zahl der Arbeitslosen, die von der Agentur für Arbeit Gotha betreut werden, stieg auf 3.118. Dies waren 174 mehr als im Vormonat, aber 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld ist im Verhältnis zum Vormonat (2.747) angestiegen. So erhielten im Juli 2.767 Personen Arbeitslosengeld aus der Arbeitslosenversicherung, 274 weniger als im Vorjahr.

 

Arbeitskräftenachfrage

Private Unternehmen und öffentliche Einrichtungen meldeten der Agentur für Arbeit Gotha im Juli 538 neue Stellen, 194 weniger als im Vormonat und 197 weniger als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn gingen damit 4.281 neue Stellen bei der Agentur für Arbeit Gotha ein, 17,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

1.602 offene Stellen lagen im Juli zur Besetzung vor. Das sind 103 weniger als im Vormonat. Im Juli 2014 waren es noch 1.823 bzw. 12,1 Prozent mehr.

 

Die meisten Stellen sind sv-pflichtige Jobangebote (96 Prozent). Gesucht werden fast ausschließlich gelernte Fachkräfte. Die meisten Jobangebote gibt es in der Zeitarbeit (568), im verarbeitenden Gewerbe (205), im Handel (153), im Gesundheits- und Sozialwesen (126), im Gastgewerbe (109), im Baugewerbe (94), sowie im Bereich Verkehr/ Lagerei (67).

 

Regionale Unterschiede

Während im Landkreis Gotha die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 6,8 Prozent angestiegen ist, blieb sie im Unstrut-Hainich-Kreis konstant bei 9,6 Prozent. Der Landkreis Gotha lag damit weiterhin unter dem Thüringer Durchschnitt (7,2 Prozent). Im Vorjahr lagen die Arbeitslosenquoten im Juli noch bei 7,0 Prozent (Landkreis Gotha) bzw. 9,8 Prozent (Unstrut-Hainich-Kreis).

 

Im Landkreis Gotha waren im Juli 5.053 Personen arbeitslos gemeldet, 180 mehr als im Vormonat, aber 166 weniger als im Vorjahr. Es meldeten sich 1.254 Menschen arbeitslos, während 1.064 die Arbeitslosigkeit beendeten.

 

Die Unternehmen meldeten 366 neue Stellen zur Besetzung. Insgesamt liegen im Landkreis Gotha 1.011 Arbeitsstellen zur Besetzung vor, 87 weniger als im Vorjahr. Die meisten Jobs gibt es in der Zeitarbeit (415), im verarbeitenden Gewerbe (129), im Handel (103), im Gastgewerbe (78), im Gesundheits- und Sozialwesen (70), im Baugewerbe (53) sowie im Bereich Verkehr/ Lagerei (46).

 

Im Unstrut-Hainich-Kreis waren 5.389 Menschen im Juli arbeitslos gemeldet, 18 weniger als im Vormonat und 174 weniger als im Vorjahr.

Im vergangenen Monat meldeten sich 1.237 Menschen arbeitslos, 1.252 beendeten ihre Arbeitslosigkeit.

 

Die Unternehmen meldeten im Juli 172 neue Stellen. Insgesamt lagen damit 591 Jobs zur Besetzung vor, 18,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die meisten Stellen gibt es in der Zeitarbeit (153), im verarbeitenden Gewerbe (76), im Gesundheits- und Sozialwesen (56), im Handel (50), im Baugewerbe (41), im Bereich Verkehr/ Lagerei (21) sowie in der Landwirtschaft (9).

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