Baumaßnahmen zur Instandsetzung

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Der Hauptfriedhof ist der letzte noch in Benutzung befindliche von ehemals fünf Gothaer Friedhöfen. Er wird vom Garten-, Park- und Friedhofsamt der Stadtverwaltung Gotha betrieben. Der Hauptfriedhof ist in seiner Gesamtanlage denkmalgeschützt. Er wurde vom späten 19. Jahrhundert bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts stufenweise (in drei Abschnitten) auf einer Fläche von ca. 20 ha angelegt. Jeder Teilabschnitt des Friedhofes ist in seiner eigenen zeitgenössischen Formensprache angelegt – und doch sind die Teile des Friedhofes so miteinander verwoben, dass der Friedhof eine geschlossene Einheit bildet.

 

Die besondere Bedeutung des Gothaer Hauptfriedhofs als Kulturdenkmal liegt darin, dass sich hier mehrere Entwicklungsphasen der Friedhofsgeschichte deutlich nachvollziehen lassen. Die 1908 fertig gestellte parkartige Friedhofserweiterung, als Teil II, mit dem jugendstilartigen Wegemuster, ist in Thüringen einzigartig. Der Friedhof zählte in den 20‘er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgrund der Qualität seiner Gestaltung zu den „schönsten Friedhöfen von ganz Thüringen“.

 

Im Zuge der langfristigen Instandsetzung und Wiederherstellung des denkmalgeschützten Gothaer Hauptfriedhofes gemäß der Pflege- und Entwicklungskonzeption aus dem Jahre 1998 soll der Bereich „Krone / Lindenring“ instandgesetzt und wiederhergestellt werden. Die „Krone“ stellt den östlichen Bereich des gartenkünstlerisch bedeutendsten Friedhofsteils II dar, der 1908 nach Planungen des Gothaer Hofgärtners Lichtenecker mit parkartigem Wegenetz in der Formensprache des Jugendstils angelegt worden war. Der Teil II hebt sich mit seinen geschwungenen Formen von den rasterartig gegliederten Teilen I und III deutlich ab.

 

Die Bauarbeiten zur Instandsetzung der sogenannten Krone im Teil II mit dem Lindenring 1. und 2. Bauabschnitt und dem Grabfeld 7 beginnen im August 2016. Es ist geplant den Lindenring analog des bereits 2007 ausgebauten Ahornrings, in seiner historischen Geometrie und als gepflasterten und somit befahrbaren Weg auszubauen. Derzeit ist der Lindenring unbefestigt. Weiterhin werden in diesem Bauabschnitt 74 Bäume neu gepflanzt, davon 70 Linden wegebegleitend als Allee am Lindenring. Zuvor müssen jedoch die 50 Linden gefällt werden, die derzeit noch als Fragmente am Lindenring stehen.

 

Das Grabfeld 7 wird zu einem Baumgrabfeld umgestaltet. Derzeit ist das Grabfeld, bis auf die erhaltenswerten Grabmale, die an ihren Standorten verbleiben sollen, beräumt. Hauptbestandteil der Leistung ist die Wiederherstellung der historischen Geometrie der inneren Wegespangen und Ornamente. Diese werden in wassergebundener Bauweise mit Einfassung aus Stahlkanten hergestellt. Die über 100 Jahre alten Wege, die wie bereits beschrieben in der Formensprache des Jugendstils angelegt wurden, sind derzeit nicht mehr erkennbar. Im Grabfeld selbst werden 14 Bäume und diverse Solitärblütengehölze gepflanzt und die innere Grabfeldfläche als Rasenfläche angelegt. Leider reichen die finanziellen Mittel für eine Sanierung der erhaltenswerten Grabmale noch nicht aus. Auch kleine Spenden für die Sanierung der Grabmale werden gern vom Garten-, Park- und Friedhofsamt der Stadt entgegengenommen.

 

Die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis für die gesamte Baumaßnahme, erteilt durch die Untere Denkmalbehörde, liegt ebenfalls vor. Mit den Baumfällungen muss bereits im September begonnen werden. Die Maßnahmen sind mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt, eine naturschutzrechtliche Eingriffsgenehmigung wurde erteilt.

 

Für den Lindenring wurden vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, mit Bewilligungsbescheid vom April 2016, Fördermittel für beide Bauabschnitte in Höhe von 150.000 € gewährt. Der Eigenanteil der Stadt beträgt 90.000 €.

 

Die Planungs- und Baukosten für das Grabfeld 7 betragen insgesamt 85.000 € und werden vollumfänglich aus dem städtischen Haushalt finanziert.

 

Die Bauarbeiten zum Lindenring und zum Grabfeld wurden als getrennte Baumaßnahmen öffentlich ausgeschrieben. Der Zuschlag für die Baumaßnahme Grabfeld 7 wurde an Firma Böhme Garten- u. Landschaftsbau KG aus Gotha erteilt. Die Vergabe der Bauleistungen für den Lindenring ist in der 34. Kalenderwoche geplant. Die Bauarbeiten im Grabfeld 7 sollen im September 2016 abgeschlossen werden. Die Bauarbeiten am Lindenring werden in zwei Bauabschnitten in 2016 und 2017 ausgeführt, das geplante Bauende ist im Mai 2017.

 

Mit der Planung und Bauleitung wurde das Büro Planungsgruppe 91 aus Gotha beauftragt. Von städtischer Seite wird die Baumaßnahme durch das Garten-, Park- und Friedhofsamt betreut.