„Das Fest ward mit aller Pracht gefeiert …“

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Viele Märchen beginnen oder enden mit einem großen Fest, in dem das glückliche Ende eines Abenteuers oder die Vermählung der Prinzessin oder des Prinzen gefeiert wird. Der Vortrag am kommenden Donnerstag, 24. Mai, 2012, 19 Uhr im Ekhof-Kabinett auf Schloss Friedenstein entführt in die heitere und unbeschwerte Welt höfischer Festlichkeiten des 18. Jahrhunderts.

Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts spielten Festlichkeiten eine immer wichtigere Rolle bei der Macht- und Prachtentfaltung an den europäischen Höfen. Der Drang nach Veränderung und Selbstdarstellung der eigenen Macht trieb die höfische Gesellschaft immer wieder von Schloss zu Schloss und von Fest zu Fest. Nach französischem Vorbild entwickelte sich rund um die Hauptresidenzen ein Netz aus Lustschlössern mit prächtigen Gartenanlagen, die vor allem den unzähligen Festen und Feierlichkeiten dienten. Jeder stand auf der Bühne des barocken „Welttheaters“ und spielte im Kostüm und mit Perücke die zugewiesene Rolle zur Erquickung und Ergötzung aller. Dabei galt es, mit großem Aufwand, die eigene Auserwähltheit als Veranstalter, Huldigungsobjekt und Zuschauer zur Schau zu stellen.

Zu den typischen Elementen gehörten Aufzüge, Turniere, Ritterspiele, Karussells und Ringrennen, Karneval und Maskeraden, Konzerte, Tänze, Bälle und Ballette, Opern und Komödien, Wirtschaften und Bauernhochzeiten, Schlittenfahrten, Illuminationen, Feuerwerke, Lustschießen und Jagden. Alle Künste, ob Dichtung und Kunst, Schauspiel und Tanz, Feuerwerke und Wasserspiele oder Architektur und Gartenbaukunst gingen im rauschenden Fest eine Verbindung ein. Es wurde der Schönheit des Augenblicks gehuldigt, hinter der jedoch allgegenwärtig der Tod lauerte, der in der Flüchtigkeit der Feste gleichwohl für glückhafte Momente überwunden wurde.

In einem bilderreichen Vortrag werden die typischen Orte und Elemente der Festlichkeiten, aber auch der Ablauf einiger der berühmtesten Feste des 18. Jahrhunderts gezeigt. Dabei werden Beispiele für die aufwändigen Verkleidungen und Festarchitekturen präsentiert, die in vielen Zeichnungen und Stichen überliefert sind. Außerdem beschreibt der Referent die märchenhafte Hochzeit eines realen Prinzen, nämlich die Vermählung des Kurprinzen Friedrich August von Sachsen mit der habsburgischen Kaisertochter Maria Josepha im September 1719 in Dresden.

Foto: Johann Friedrich Löber: Szene aus „Mahomet“ von Voltaire mit Herzog Friedrich III. in der Rolle des Zopire und Herzogin Louise Dorothée in der Rolle der Palmire, Öl, 1751, Schlossmuseum Gotha

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