Im Rahmen der Sonderausstellung „Der dreifach diplomierte Idiot“ – Das Phänomen Erich Spießbach im Historischen Museum Gotha findet am kommenden Donnerstag ein literarischer Abend mit Dr. Roland Krischke statt. Der Titel der Veranstaltung. „Des Wahnsinns sanfte Flügel“, ist dem Gedicht In den Nachmittag geflüstert von Georg Trakl entlehnt.
Der griechische Philosoph Platon unterschied vier Formen des Wahnsinns, darunter auch die Dichtkunst, die für ihn eine göttliche Gabe ist. Der Dichter gerät nach Platon beim Dichten gleichsam außer sich und wird so zum Mittler zwischen Göttern und Menschen. Diese Nähe zwischen Literatur und Wahnsinn bleibt in der ganzen abendländischen Literatur ein Topos. Dass Dichter wie Friedrich Hölderlin, Robert Walser, Jacob van Hoddis oder der Dichterphilosoph Friedrich Nietzsche scheinbar dem Wahnsinn verfallen und ihren Lebensabend in Anstalten verbringen, ist ein anderer Aspekt. Literarische Schilderungen des Wahnsinns gibt es schon bei Shakespeare, Cervantes oder Ariost. Konjunktur aber hat das Thema spätestens im 19. Jahrhundert bei Autoren wie E. T. A. Hoffmann und E. A. Poe. In Russland bereichern Fjodor Dostojewskij und Nikolaj Gogol das Genre, das im 20. Jahrhundert vor allem im Expressionismus durch Georg Trakl und Georg Heym neue Facetten erhält.
Roland Krischke, Literaturwissenschaftler und Direktor Kommunikation der Stiftung, wird seine Zuhörer auf gewohnt amüsante Weise durch diesen „wahnsinnig“ interessanten literarischen Abend führen.
Die Ausstellung „Der dreifach diplomierte Idiot“ geht am kommenden Sonntag, 2. September 2012, zu Ende. Am letzten Ausstellungstag führt Thomas Huck, Direktor des Historischen Museums Gotha, um 15 Uhr ein letztes Mal durch die von ihm kuratierte Ausstellung.





















