Duell der Tabellennachbarn

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Wenn Science City Jena am heutigen Samstag um 19.00 Uhr in Lobeda-West die Gäste aus Nürnberg empfängt, gehen die Thüringer trotz einer identischen 2:1-Bilanz nur als Außenseiter in die Partie.

Zum einen muss das Harmsen-Team die nächsten mindestens sechs Wochen auf Julius Wolf verzichten, der Flügelspieler brach sich im Verlauf der Trainingswoche seine Wurfhand, zum anderen gastiert mit den individuell stark besetzten Franken nominell einer der ProA-Aufstiegsfavoriten an der Saale.

„Wenn man einen kurzen Blick auf die Namen des Nürnberger Kaders wirft, sieht man schnell wohin die Reise gehen soll“, sagt Science City-Coach Björn Harmsen vor dem Schlagabtausch. „Die Nürnberger Mannschaft wurde für den Aufstieg rekrutiert und zusammengestellt. Mit Namen wie Wayne Bernard, Ahmad Smith oder Ronald Thompson will man nicht nur ein bisschen mitspielen, sondern sportlichen Erfolg generieren“, so Harmsen.

Zwar trennten sich die Norisstädter in der abgelaufenen Woche vom langzeitverletzen Center-Hünen Chris Gadley (zuvor Leipzig u. Düsseldorf), dennoch steht mit dem 2,08m großen Riesen Robert Lewandoswki – weder verwandt noch verschwägert mit dem Borussen-Star – bereits der nächste Big Men bereit.

Während mit Will Chavis der verlängerte Arm von Trainer Martin Ides das Spiel der Gäste lenken soll, in Zeitnot aber auch gern mal einen Distanzwurf abdrückt, wird Science City über ‚knackige‘ Verteidigung, das bislang vorgetragene schnelle Spiel nach vorn sowie mannschaftliche Geschlossenheit punkten müssen.

Auch Jenas neue Mannschaftskapitän Ermen Reyes-Napoles, sonst eher für seinen Ruf als defensiver Kettenhund berühmt-berüchtigt, kann dem optisch attraktiven neuen Spielstil seines Teams nur positives abgewinnen. „Es macht seit Trainingsstart unheimlich viel Spaß mit den Jungs zusammenzuspielen. Wir sind etwa fast alle im selben Alter, ergänzen uns auf dem Parkett recht gut und helfen uns auch abseits der Halle untereinander“ sagt Jenas Publikumsliebling. „Die neue Art Basketball, die Björn spielen lässt ist natürlich für die Zuschauer äußerst attraktiv, macht im Spiel unheimlich viel Spaß, auch wenn die Verteidigung weiterhin klar in unserem Fokus steht“, so Reyes-Napoles. Das wird sie auch gegen Nürnberg müssen, denn nach der zuletzt in Kirchheim kassierten 101:113-Niederlage dürfte gegen die offensivstarken Franken Jenas Defensivarbeit über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Autor: Tom Prager