Freundeskreis Kunstsammlungen Schloss Friedenstein Gotha e.V. zieht positive Bilanz für das Jahr 2015

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Am Samstag zog der Freundeskreis Kunstsammlungen Schloss Friedenstein Gotha e.V. in seiner Jahreshauptversammlung eine positive Bilanz seiner Arbeit. Auch im aktuellen Jahr konnte der Verein der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in vielfältiger Weise helfen.

So organisierte der Verein verschiedene Exkursionen, die sehr erfolgreichen Schlossgespräche an jedem zweiten Donnerstag von Oktober bis März, die beiden Thronsaalkonzerte und half bei der Museumsnacht und vor allem dem Barockfest tatkräftig mit. Der Verein unterstützte auch die Ausschreibung für den Eva-Maria-Dicken-Preis und das Quiz für Kinder im Herzoglichen Museum. Außerdem konnten 2015 wieder Restaurierungen bspw. von Gemälden für die Cranach-Ausstellung „Bild und Botschaft“ und einige Ankäufe für die Sammlungen finanziert werden. So konnten ein Gemälde von Nikola Irmer, eine kleine Miniatur und ein japanischer Kabinettschrank für die Friedensteinsammlung gesichert werden.

 

Die Kunstwerke der international renommierten Künstlerin Nikola Irmer führen dem Betrachter die verborgene Welt musealer Depots eindrucksvoll vor Augen. Einige der Werke stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den vogelkundlichen Sammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein. Hierzu gehört das Gemälde „Storage (Gotha)“ von 2014, welches durch den Freundeskreis in diesem Jahr angekauft werden konnte. Einerseits gestattet das Gemälde einen Blick in das frühere Depot und schafft andererseits durch die künstlerische Interpretation eine Verbindung zu den Kunstsammlungen der Stiftung. Der Kunstkammergedanke, wo Artificialia und Naturalia gleichrangig nebeneinander gezeigt wurden, findet mit dem Werk eine moderne künstlerische Position. Das Gemälde wird im Zuge der Neupräsentation weiterer Teile des Museums der Natur im Westflügel des Schlosses Berücksichtigung finden.

 

Das angekaufte Miniaturbildnis zeigt Johann Wilhelm von Sachsen-Gotha-Altenburg, geboren in Gotha 1677, der in der Schlacht von Toulon 1707 fiel. Auf der Rückseite trägt das Stück die Beschriftung „N. Largilliere fecit“ und alte Sammlungsnummern. Als Vergleich konnte ein kleiner Kupferstich herangezogen werden, den Martin Bernigeroth in Leipzig stach und im Kupferstichkabinett Gotha vorliegt. Der Maler der in hoher Qualität ausgeführten Miniatur ist unbekannt, da der berühmte Porträtmaler Nicolas de Largillière, auf den die Beschriftung verweist, aus stilistischen Gründen für das Bildnis nicht in Frage kommt. Das Objekt hat für die Sammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha eine hohe Relevanz, da ein gemaltes Miniaturporträt des Prinzen bisher fehlte und die Miniaturensammlung damit eine wertvolle Ergänzung erhalten hat.

 

Besonders glücklich schätzt sich die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha über eine außergewöhnliche Neuerwerbung: Dank großzügiger Finanzierung durch den Freundeskreis Kunstsammlungen Schloss Friedenstein Gotha e.V. konnte aus österreichischem Adelsbesitz ein Japanisches Lackkabinett des 18. Jahrhunderts mit jüngerem europäischem Unterbau (Stand) erworben werden. „Alles was schön ist, kommt aus Japan“ – soll Jules Mazarin (1602-1661), französischer Diplomat und Kardinal italienischer Abstammung, einmal gesagt haben. Auch am Gothaer Fürstenhof schätzte man im 17. und 18. Jahrhundert die erlesenen Kostbarkeiten, welche von den ostindischen Handelskompanien exportiert und auf dem europäischen Markt angeboten wurden. Neben chinesischen Porzellanen zählten hierzu vor allem japanische Lackarbeiten. Die schöngeistige Gothaer Herzogin Luise Dorothea (1710-1767) hatte nicht nur ein Faible für die Literatur der französischen Aufklärung, sondern sammelte auch mit großer Leidenschaft Porzellane – insbesondere solche aus Fernost.

Ihr im Thüringischen Staatsarchiv bewahrtes Nachlassinventar gibt darüber Auskunft, dass in den Gemächern der Frau Herzogin und im angrenzenden Porzellankabinett des Schlosses Friedenstein mehr als 400 ostasiatische Porzellane aufgestellt waren. Auch einige Möbel „schwartz, mit Gold laquirt, á la Japaneuse“ werden im Nachlassinventar erwähnt.

Während zahlreiche Porzellane aus Luise Dorotheas Sammlung die Jahrhunderte überdauert haben und heute im Herzoglichen Museum präsentiert werden, hat sich leider keines ihrer japanischen Lackmöbel bis in unsere Zeit erhalten. Das zierliche, 1,45 Meter hohe Kabinettschränkchen wird künftig das ehemalige Appartement der Herzogin im Nordflügel des Schlosses Friedenstein zieren.

 

Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha dankt dem Freundeskreis und seinen Mitgliedern für die hervorragende Arbeit der letzten Jahre. Die Wiederwahl des gesamten Vorstandes ohne Gegenstimme ist auch ein Zeugnis dieser erfolgreichen Arbeit unter dem Vorsitz von Jochen Peter und eine gute Vorraussetzung für die weitere Zusammenarbeit. Denn mit den nun in Aussicht gestellten 60 Millionen Euro von Bund und Land für die weitere Sanierung des Schlosses Friedenstein und der herzoglichen Gemächer bis 2026, werden auch zahlreiche Restaurierungen von Möbeln und Ausstattungsstücken anstehen, die dann wieder am historischen Standort aufgestellt werden könnten.

 

Wer die Arbeit des Freundeskreises aktiv oder mit einer Geldspende unterstützen möchte, sei auf die Informationsblätter an den Museumskassen bzw. im Festsaal oder auf die Internetseite www.fksf.de verwiesen.

 

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