Gespräch mit „Thüringens lustigstem Autor“

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Andrè Kudernatsch ist Thüringens lustigster Autor. Gerade hat er sein neues Buch „Suffis Welt“ (Eulenspiegel Verlag) veröffentlicht und will sogar in Gotha (27.3. in der Schlachthofbühne neben dem Londoner) daraus vorlesen. 

Neben all deinen Kolumnen und Geschichten schreibst du sehr gerne und ausdauernd Wurstgedichte. Wie kommt man auf solch wurstige Idee? Bekommt man denn da nicht Probleme mit den Vegetariern, die bestimmt vermuten, dass du deine Wurst noch selbst machst?

Na klar, es gab schon mal eine Demo der PETA gegen die Wurstgedichte. Weil da ja Tiere drin sind. Aber wie ist das bei der Wurst – aus dem einen kommt sie raus, in den anderen gelangt sie hinein. Das ist eine tiefe Wahrheit und kein „Wurst Case“… Und wie man auf solche Ideen kommt? Indem man Wurst isst!

Eine beliebte Veranstaltung war deine Gesprächs-Kautsch, die du jetzt im Hinterstübchen abgestellt hast. Wird es einmal zu einer Neuauflage kommen? Oder sind alle Menschen, die du magst, schon befragt und veralbert worden?

Nee, ich lass mich lieber selber einkehren… musste danach immer viel putzen und die Kautsch ausklopfen. Jetzt mach ich lieber Schmutz bei anderen.

Gerade liegt das neue Buch „Suffies Welt“ vor, das vor keinem Schnaps halt macht und die Schnapssorte Goldbrand von ihrer besten Seite zeigt. Kann man solche Geschichten selbst erleben oder ist alles ausgedacht?

Das darf ich nicht sagen. Onkel Hansi und Tante Edda, die in den Geschichten mitspielen, sind ohnehin schon echt sauer…

Wie schreibst Du deine Geschichten? Still und leise am großen Schreibtisch oder zwischen all den Menschen, die sich bestimmt in den Kolumnen wieder erkennen?

Ich schreibe am liebsten, wenn es eiskalt ist, hochgeistige Getränke bereit stehen und tatsächlich im Kämmerlein – meine Frau nennt es „Höhle“ – vermutlich sieht es da so aus…. Notizen mach ich mir aber überall.

Hast du literarische Vorbilder und musikalische Helden, die dich zum schreiben und singen animierten?

Och, da gibt es ganz viele und immer wieder neue. Zuletzt hat mich der Kollege Kai Lüftner schwer beeindruckt mit seiner CD „Rotz’n’Roll Radio“. Das ist eigentlich eine lustige Musik-CD für Kinder mit Radio-Einlagen, die hat mich aber trotzdem inspiriert. Ich bin da immer offen für alles – und für Einflüsse jeder Art zu haben.

Wie auch immer, aber Onkel Hansi muss einfach mit dir verwandt sein, der ist so lebensecht dargestellt.

Jau, das stimmt. Er lebt in Magdeburg, aber ist in Wirklichkeit ganz anders. Das muss ich jetzt antworten, falls er das liest.

Du gehst mit diesen 142 Seiten dickem Buch auf Tour und gastierst auch in Gotha (am Donnerstag, 27. März, 19.30 Uhr, Schlachthofbühne neben dem Londoner am Alten Schlachthof). Wer deine Lesungen kennt, weiß, dass sie nicht wie die „normaler“ Autoren ablaufen. Wer sie noch nicht kennt, will jetzt von dir wissen, was einen erwartet.

Naja, hoffentlich viel Spaß und gute Unterhaltung. „Dichterlesung“ klingt ja für manche Leute echt abschreckend. Irgendwie etwas altmodisch und sehr steif. So ist es bei mir nicht. Und ein Musiker ist auch dabei. Dass man auch mal mitschunkeln kann.

Was müssen die Zuschauer machen, damit du dich hier wohlfühlst? Und wen willst du überhaupt nicht sehen bei deinen Lesungen?

Die Leute können sehr gern lachen, dolle klatschen und Bücher kaufen. Ganz viele – dann freut sich der Verlag – und macht noch mehr Bücher mit mir. Hm, und wen ich gar nicht sehen will? Keine Ahnung. Ich kann ja immer noch in die andere Richtung gucken.

Gespräch: ThoBe

 

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